Lichtpunkte

Das umfassende und vielschichtige Wirken des Heiligen Geistes (2.Tim. 2,16)

„Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.“

‭‭2. Timotheus‬ ‭3:16-17‬ ‭SCH2000‬‬

Autor: Gerhard Herbst,  Berlin  – aus seinem gleichnamigen Artikel in GuH

»Die Weissagung wurde niemals durch den Willen des Menschen hervorgebracht, sondern heilige, gottgesandte Männer haben geredet, getrieben von dem Heiligen Geist.« 2. Petr. 1,21 (Albrecht) »Die ganze Schrift ist von Gottes Geist  eingegeben.« 2. Tim. 3,16 (Schlachter)  

Heiligen Geist gibt es nicht erst seit Pfingsten. Schon bei der Wiederherstellung der durch den Fall des Lichtengels Luzifer ins Tohu- wabohu gestürzten ersten Erde war der Heilige Geist schöpferisch wirksam. In den beiden ersten Versen der Bibel lesen wir: »Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.« (Nach Jes. 45,18 hat Gott die Erde nicht wüst und leer – hebr. tohuwabohu – geschaffen.) »Und die Erde wurde wüst und leer, und Finsternis war über der Fläche der rauschenden, tiefen Wassermenge, und der Schöpfergeist Gottes (hebr. ruach) schwebte (brütete) über der Fläche der Wasser.« Die Tätigkeit des Schöpfergeistes Gottes an den drei ersten Schöpfungstagen bestand darin, dass er am »ersten Tag« zunächst das Licht von der Finsternis schied, am »zweiten Tag« die Wasser unterhalb des Himmels von den Wassern oberhalb des Himmels schied und am »dritten Tag« aus den unteren Wassern das Trockene hervortreten ließ und damit die bewohnbare Erde vom Meer schied. 

Dass diese drei Schöpfungs- und Scheidungs-«Tage« keine Tage von 24 Stunden waren, sondern unermessliche Zeiträume, ergibt sich schon daraus, dass Gott erst am vierten Schöpfungstag Sonne, Mond und Sterne zur Bestimmung von Zeiten und Tagen und Jahren an den Himmel setzte, sodass davor eine zeitraummäßige Erfassung des Geschehens überhaupt nicht möglich ist. Der biblische Schöpfungsbericht lässt auch bei Christen heute noch Zweifel aufkommen, ob die Einzelheiten des Berichtes glaubwürdig und wörtlich zu nehmen sind. Gott erwartet nicht, dass Seine Kinder Dinge glauben, die menschlicher Fantasie entsprungen sind. Es war deshalb Sein vordringliches Anliegen, durch bevollmächtigte und geheiligte Männer Seine Ziele und Pläne von der Schöpfung an bis zur Heilsvollendung so niederschreiben zu lassen, wie es ihnen der Heilige Geist, der Schöpfergeist Gottes, eingegeben hat. Wenn die vom Heiligen Geist geleiteten Apostel Paulus und Petrus sagen: »Die ganze Schrift ist von Gottes Geist eingegeben«, »heilige Männer haben geredet,  getrieben  vom  Heiligen Geist«, und wenn Jesus sagt: »Eher können Himmel und Erde vergehen, als dass auch nur der kleinste Buchstabe oder ein einziger Strich vom Gesetz vergeht« (Matth. 5,18), so wird damit die absolute Autorität der Heiligen Schrift bezeugt. 

In unserer heutigen chaotischen Zeit, in der alle Werte in Frage gestellt werden, ist das inspirierte Wort Gottes das Einzige, auf das wir uns hundertprozentig verlassen können. 

Gott selbst bekennt sich ausdrücklich zu Seinem Wort, das heilige Männer, getrieben vom Heiligen Geist, auch über die Urzeit bis hin zur Vollendung Seines Ratschlusses niedergeschrieben haben. Jes. 46,9–11: »Gedenket des Anfänglichen von der Urzeit her, dass Ich Gott bin und sonst keiner …, der Ich von Anfang an das Ende verkündige und von alters her, was noch nicht geschehen ist; der Ich spreche: Mein Ratschluss soll zustande kommen und all mein Wohlgefallen werde Ich tun … Ich habe geredet und werde es auch kommen lassen; Ich habe entworfen und werde es auch ausführen.« Der Heilige Geist wirkte nicht nur in den Schreibern der biblischen Bücher. Schon im Alten Bund und vor Pfingsten wurde er auf einzelne Männer gelegt, um sie zu besonderen Diensten zu befähigen. 

In 4. Mose 11,25 lesen wir: »Und Jahweh kam in der Wolke hernieder und redete zu Mose und nahm von dem Geiste, der auf ihm war, und legte ihn auf die 70 Männer, die Ältesten. Und es geschah, sobald der Geist sich auf sie niederließ, weissagten sie.« Zu den Einzelnen, über die der Geist des Herrn kam, gehören Bileam (4. Mose 24,2), Gideon (Richt. 6,34), Simson (Richt. 14,6), David (1. Sam. 16,13). Auch über die Propheten Hesekiel und Micha war der Geist des Herrn gekommen (Hes. 11,5; Micha 3,8). Als die Zeit erfüllt war und Gott Seinen Sohn Mensch werden ließ, wirkte der Heilige Geist in besonderer Weise. Schon Johannes der Täufer, der Wegbereiter Jesu, kam auf übernatürliche Weise zur Welt. Seine Mutter Elisabeth war unfruchtbar und sein Vater hochbetagt, als er vom Engel Gabriel die Verheißung erhielt, dass Elisabeth ihm einen Sohn gebären werde (Luk. 1,13–15). Derselbe Engel Gabriel suchte auch die jungfräuliche Maria auf und eröffnete ihr (Vers 31): »Du wirst im Leibe empfangen und einen Sohn ge- bären. Der Heilige Geist wird über dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.« Ging es bei der Menschwerdung Jesu um die geistgewirkte Zeugung irdischen Lebens, so hat sich der Wirkungsbereich des Heiligen Geistes seit Entstehung der Gemeinde Jesu Christi und der Sammlung der vor Grundlegung der Welt auserwählten Glieder Seines Leibes erheblich erweitert und auf die geistliche Ebene verlagert. Ihre Entstehung, ihr Bestehen bis heute und ihre Zubereitung auf den Tag Jesu Christi verdankt die Gemeinde vor allem dem Heiligen Geist. 

1. »Der Geist selbst zeugt mit unserm Geist, dass wir Kinder Gottes sind« (Röm. 8,16). 

2. In Christus sind wir eine neue Schöpfung, eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden (2. Kor. 5,17). 

3. Unser vom Geist gezeugter inwendiger Mensch ist nicht sterblich, sondern wird Tag für Tag von ihm erneuert (2. Kor. 4,16). 

4. Der Geist der Wahrheit, der gekommen ist, leitet uns in die ganze Wahrheit und verkündet uns das Kommende (Joh. 16,13). Paulus, dem Apostel der Nationen, hat der Heilige Geist die Geheimnisse, die den Leib Christi und den Ratschluss Gottes zur Rettung aller Menschen betreffen, geoffenbart. Mit der Niederschrift dieser Offenbarungen hat Paulus das Wort Gottes auf das Vollmaß gebracht (Kol. 1,25). Der Heilige Geist befähigt uns, diese prophetischen Offenbarungen in unsere Zeit umzusetzen. 

5. Der Heilige Geist wird jedem Glied am Leibe Christi eine Gnadengabe geben, so wie es der Geist will (1. Kor. 12,12). 

6. Jesus kündigt in Joh. 14,16 Seinen Jüngern an, dass der Vater ihnen den Heiligen Geist als Sachwalter (Fürsprecher, Tröster) schicken wird, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht emp fangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Er wird sie alles lehren und an alles erinnern. 

7. Nach Eph. 1,13.14 sind die vor Grundlegung der Welt auserwählten Glieder am Leibe Christi mit dem Heiligen Geist der Verheißung versiegelt. Er ist das Unterpfand (Angeld) ihres Erbes bis zur Freilösung des erworbenen Besitzes. Die Versiegelung ist ein Zeichen des Wertes, den wir in Seinen Augen haben. Sie macht uns unantastbar für die Angriffe des Widerwirkers, des Satans. Das Unterpfand gibt uns die Gewähr, dass wir einmal das für uns in den himmlischen Örtern aufbewahrte Losteil erhalten werden.

Derselbe Heilige Geist, der seit fast 2000 Jahren die Gemeinde Jesu Christi aus den Nationen mit geistlichem Leben erfüllt und sie leitet, sammelt schon heute unter den von Gott in das verheißene Land zurückgeführten Juden eine Auswahl aus Israel (Röm. 11,6), die Jesus als Messias und Erlöser anerkennen. Ganz Israel wird nach Röm. 11,25.26 erst dann gerettet, wenn die Vollzahl der Nationen eingegangen ist (die Gemeinde entrückt ist) und nachdem »der Erlöser aus Zion gekommen ist, der die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden und ihre Sünden wegnehmen wird«. Im Propheten Hesekiel (Kap. 36,24–28) verheißt der Herr: »Ich werde euch aus allen Ländern sammeln und euch in euer Land brin- gen. Ich werde reines Wasser auf euch sprengen, und ihr werdet rein sein. Ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben. Ich werde machen, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechte tut. Ihr werdet mein Volk und Ich werde euer Gott sein.« Die Erlösung Israels ist souveränes Handeln Jahwehs, und sie voll- zieht sich nicht an Einzelnen, sondern am ganzen Volk. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Israel zum Segen für alle Völker der Erde werden kann. Bevor ganz Israel den großen Tag seiner Erlösung erlebt, muss es – das dürfen wir nicht verschweigen – noch durch die große Drangsal der 70. Jahrwoche gehen (Dan. 9,27). Dies hat Jesus schon zur Zeit Seines Erdenwandels verheißen (Joh. 5,43; Matth. 24,15.21). Beten wir darum, dass Gott Seinem Volk recht bald die Augen öffnet und dass Er unseren messianischen Geschwistern rechten Zeugenmut schenkt.