Der Kornzurückhalter und der Getreideverkäufer (Spr. 11, 26)

„Wer das Korn zurückhält, den verflucht das Volk, aber Segen kommt über das Haupt dessen, der es verkauft.“

‭‭Sprüche‬ ‭11:26‬ ‭SCH2000‬‬

Autor: Adolf Heller, Quelle: GuH

Von Fluch und Segen handelt unser Wort. Fluch ruht auf dem, der Korn zurückhält. Wer ist wohl der, dem daran gelegen ist, dass das Brot des Lebens knapp werde und die Geschöpfe Gottes darben und hungern? Wir dürfen doch wohl darin den Feind sehen, der mit allen Mitteln, gottlosen und frommen, einer nach Erlösung lechzenden Welt Christus vorzuenthalten sucht.

Gewaltig waren von Anfang an seine Anstrengungen, das Heilsprogramm Gottes zu unterbinden und die Hinausführung Seiner Gnadenabsichten zu hinter- treiben.

In 1. Mose 6, l—4 lesen wir von Finsterniseinbrüchen in diese Erde. Satan besetzte durch seine Dämonen Kanaan, ehe Abraham dorthin kam. Immer wieder rief er Hungersnöte in den Ländern hervor, die Gott als Offenbarungsstätten ausersehen hatte.

Nicht nur die königliche Linie, aus der der Messias kommen sollte (2. Chron. 21, 4—7. 17; 22, 10 — 23, 3), sondern die ganze Nation suchte er immer wie- der zu zerstören (2. Mose l, 15. 16; Esther 3, 6).

Und als der Herr geboren war, verursachte Satan .den furchtbaren Kindermord durch Herodes (Matth. 2, 16), suchte er Jesus auf alle Weise umzubringen (Matth. 4, 6; Luk. 8, 22—24).

Schließlich wollte er Ihn, damit das Erlösungswerk nicht zustande komme, in Gethsemane töten (Hebr. 5, 7). Auch seine letzten Bemühungen, den Herrn im Tode zu halten, nämlich die Versiegelung des Grabes (Matth. 27, 66), wurden von der siegreichen Auferstehungsmacht des Sohnes Gottes zersprengt.

Selbst jetzt noch, da Christus als Herr der Herrlichkeit hoch über alle Mächte und Gewalten erhöht ist, sucht Satan das große Heil von Golgatha zu verneinen, vorzuenthalten, oder doch wenigstens zu verkleinern. Er will nicht, dass einer hungernden Menschheit das Brot des Lebens gebrochen werde; durch den Betrug der Sünde und der Scheingüter einer sterbenden, verderbenden Welt sucht er das Lechzen nach Licht und Erlösung zu stillen. Aber bald kommt die Stunde, da er für sein Zurückhalten des „Kornes” den Fluch der Betrogenen und das heilige Gericht Gottes ernten wird.

„Segen aber wird dem Haupte dessen zuteil, der Getreide verkauft.”

Wer dächte hier nicht an Joseph in Ägypten, dieses wunderbare, fleckenlose Vorbild auf Christus? Joseph erhielt den Namen Zaphnath-Pahneach, zu deutsch: Retter der Welt oder Erhalter des Lebens. Er wurde von allen geseg- net, weil er Getreide verkaufte.

So verteilt auch Christus, doch „ohne Geld und ohne Kaufpreis” (Jes. 55, 1. 2), den Wein der Freude, die Milch der Kraft und das Brot des Lebens. Und dafür wird dem Haupt des Christus, dem verherrlichten Sohn Gottes, Segen zuteil. Wer vermöchte im Vollumfang auszudenken, was in diesen wenigen Worten verborgen liegt? Nur wer das heilige Frohlocken, die brünstige Freude von Eph.

l, 3: „Gesegnet ist der Gott und Vater unsres Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit jeder geistlichen Segnung inmitten der Himmelswesen!” mit dem Gehör des Herzens erlauscht, durch den Glauben verstanden und durchlebt und durchliebt hat, vermag zu ahnen, was in dem schlichten Christuszeugnis von Spr. 11, 26 b enthalten ist.

Gott schenke es uns, dass wir solche Gesegneten seien, die „Getreide verkaufen”, die ihr Brot auf die Fläche der Wasser werfen (Pred. 11, 1) und durch ihr Christuszeugnis im Schweigen und Reden, im Lieben und Leiden, im Hoffen und Harren schon jetzt in Niedrigkeit und dann als mit ihrem Haupt vereinigte Vollendete ihrem Vater für die gegenwärtigen und zukünftigen Weltzeiten zur Verfügung stehen!

(Aus der empfehlenswerten neuen Schrift: „Christusämter nach Jesaja und dem Buch der Sprüche” = Heft 3 , erschienen im Paulus-Verlag)