Der Herr kommt wieder – von der 4-fachen Wiederkunft Christi (1. Thes. 1, 10)

„und um seinen Sohn aus dem Himmel zu erwarten, den er aus den Toten auferweckt hat, Jesus, der uns errettet vor dem zukünftigen Zorn.“

‭‭1. Thessalonicher‬ ‭1:10‬ ‭

Autor: Karl Geyer, Auszugsweise aus seiner gleichnamigen Schrift http://data.kahal.de/pdf/007-KG-HKW.pdf

Durch den Glauben merken oder verstehen wir! Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu nahen oder Ihn zu verstehen! 

Also, das erste Kommen der Herrn, Sein Kommen ins Fleisch der Niedrigkeit, ist Allgemeingut aller wahrhaft Gläubigen. Und mit anderen können und wollen wir auch gar nicht über die Geheimnisse unseres Vatergottes und Seines Christus reden. Die stille und heilige Nacht von Bethlehem, in der mit dem Herren-Engel die Menge der himmlischen Heerscharen Gott lobten über das kündlich große Geheimnis der Gottgeburt im Fleisch, ist uns Gegenstand tiefster Anbetung, aber nicht Streitobjekt mit solchen, die keine Geistgeburt an sich selbst erfuhren. 

Nur auf Grund dieser Tatsache, daß der Herr schon einmal da war, dann aber wieder wegging, dabei aber verhieß, wiederzukommen, können wir überhaupt von einer Wiederkunft reden.

Wenn wir nun die verschiedenen Stellen über Sein Wiederkommen miteinander vergleichen, fällt uns zunächst einmal auf, daß es bei dem einen Kommen heißt, daß Er da gar nicht auf die Erde herabkommt, sondern nur bis in die Luft, während es an anderer Stelle heißt, daß Seine Füße auf dem Ölberg stehen werden. – Sodann heißt es bei dem einen Kommen:         “N i e m a n d  ohne Heiligung wird den Herrn sehen” (Hebr. 12, 14). Das gilt denen, die Ihn nach Hebr. 9, 28 zum zweitenmal erwarten zur Rettung (oder Seligkeit), und zwar zur Rettung vor dem kommenden Zorn (Röm. 5, 9; 1. Thess. 1, 10; 5, 9 u. 10). – Dagegen heißt es aber in Off. 1, 7: “…und  a l l e   A u g e n  werden Ihn sehen, auch die Ihn durchstochen haben.”- 

Vergleichen wir nochmals diese Angaben! Einmal sehen ihn  n u r   d i e   H e i l i g e n , zum andernmal sehen Ihn  a l l e ! Zur Rettung der Heiligen kommt Er ihnen nur entgegen bis  i n   d i e   L u f t  und ruft sie von da aus hinauf zu Sich (1. Thess. 4, 13-18). Dann kommt  E r    m i t   S e i n e n   H e i l i g e n   h e r a b   a u f   d i e   E r d e , aber nicht zur Rettung, sondern zum Gericht, und zwar zunächst einmal, u m   z u  r i c h t e n   d i e   L e b e n –       d i  g e n , d. h. die dann auf Erden lebenden Völker, die Nationen der Erde. Vgl. Matth. 25, 31-46. – Dieses Gericht findet statt zu Beginn des Tausendjahrreiches und entscheidet darüber, wer von den lebenden Menschen mit hinein darf in das Reich. (Keine Antisemiten und keine Antichristen!). 

Nach den tausend Jahren, wenn Himmel und Erde verbrannt und hinweggetan sind, findet dann erst das Gericht am großen weißen Thron statt, wo  d i e   T o t e n  gerichtet werden (Off. 20, 1-15). – Zwischen diesen beiden Gerichten über die Lebenden und die Toten liegen also tausend Jahre. 

Der Herr war also schon einmal hier. Zum andernmal kommt er für die, die Ihn erwarten zur Rettung. Dann kommt er zum drittenmal, und zwar mit den  v o r  dem Zorn geretteten Heiligen. Und zuletzt, wenn Himmel und Erde vergangen sind und ein neuer Himmel und eine neue Erde sind da, kommt Er mit Seinem Gott und Vater und allen Heiligen mitsamt dem neuen Jerusalem hernieder auf die Erde, um immer da zu bleiben. Die ewige Stadt hat keinen Tempel. Denn der Herr, Gott, der Allmächtige ist ihr Tempel, und das Lamm (Off. 21, 22). 

Dieses vierfache Kommen des Herrn ist eine der verschütteten geistlichen Wahrheiten, die erst gegen das Ende hin wieder in das volle Licht der Erkenntnis treten. Wir brauchen ja nur einmal daran zu denken, daß die Wahrheit von der Rechtfertigung aus Glauben von jeher in der Bibel stand, daß es aber nahezu 1500 Jahre dauerte, bis diese durch das römische Staatskirchentum verdeckte und verschüttete Wahrheit wieder in der Reformation ans Licht gebracht wurde. – Wievielmehr erging es den prophetischen Wahrheiten so! Zu ihrer Erkenntnis sind ja ganz besondere Voraussetzungen nötig. 

Hier sei nur noch darauf hingewiesen, daß ursprünglich von diesen Dingen eine klare Erkenntnis vorhanden war. So war man sich der Tatsache des Kommens des Sohnes Gottes ins Fleisch klar bewußt und feierte zum Gedenken an diesen Tag das Weihnachtsfest. Ebenso eindeutig wußte man um Seinen Opfertod am Kreuze und feierte zur Erinnerung daran den Karfreitag. Genau so eindeutig war es mit der Auferstehung. Der Ostertag bezeugt es heute noch. Weiterhin ist die Himmelfahrt bezeugt in dem Himmelfahrtstag. Und sodann auch die Ausgießung des Heiligen Geistes durch das Pfingstfest. – Für alle diese Ereignisse der Heilsgeschichte gibt es nur  j e   e i n e n Erinnerungstag.  F ü r   d a s   v i e r f a c h e            K o m m e n   d e s   H e r r n   a b e r   s e t z t e   m a n   d i e   v i e r   A d v e n t e   a l s       d a u e r n d e   M a h n e r   e i n ! Sie stehen unmittelbar vor dem Erinnerungstag an Sein erstes Kommen ins Fleisch und bezeugen, daß es mit diesem ersten Kommen nicht genug sei, sondern daß Er viermal komme, bis das Vollziel erreicht sei und Gott sei alles in allem.

„Denn unser Bürgertum ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Heiland erwarten, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird zur Gleichförmigkeit mit seinem Leibe der Herrlichkeit, nach der wirksamen Kraft, mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen.“ PHILIPPER‬ ‭3:20-21‬ ‭ELB‬‬