Der Auferstehungsleib im Bilde Christi (1. Kor. 15,49)

„Und wie wir das Bild des Irdischen getragen haben, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen.“

‭‭1. Korinther‬ ‭15:49‬

Autor: Prof. E. F. Ströter, auszugsweise aus seiner Schrift „Der Fürst des Lebens muss einst alles erben”.

„Wie wir getragen haben das Bild des irdischen (Menschen), also werden wir auch tragen das Bild des himmlischen.” 1. Kor. 15, 49 Was es bedeutet, das Bild des irdischen zu tragen, wissen wir aus der schmerzvollen Erfahrung der müden Jahrtausende, die hinter uns liegen. 

Gewiss hat die adamitische Menschheit Großes geleistet auf dem Gebiet der Verschönerung, Veredelung und Verfeinerung unseres Erdendaseins. Der moderne Kulturmensch genießt unbestreitbar Vorzüge, Annehmlichkeiten und Be-quemlichkeiten, die man früher nicht kannte. Ob deren Genuss allerdings der Menschheit im ganzen zur inneren Förderung gedient hat, muss dahingestellt bleiben. Wir bestreiten es entschieden. Soweit man beobachten kann, hat die ständige Steigerung der äußeren Vorzüge und Genüsse des Lebens die Begehrlichkeit der Leute nur gesteigert und die innere Zufriedenheit keineswegs gefördert. 

Man versteht heute in den allermeisten, auch vom Evangelium ergriffenen Kreisen der Bevölkerung der verschiedenen Kulturländer das apostolische Wort kaum noch: „Wenn wir Nahrung und Kleidung haben, so lasset uns genügen!” 

Was aber wird es bedeuten, das Bild des himmlischen Menschen zu tragen, des letzten Adam, des Herrn der Herrlichkeit? Dafür fehlt uns noch jeder Maßstab, jede Erfahrung, jede unser ganzes Denken befriedigende Vorstellung. Was wird es bedeuten, Ihm gleichgestaltet zu sein, ein Abglanz Seiner Herrlichkeit, ein Ebenbild Seines Wesens? Was wird es heißen, nie mehr sterben zu können, allem Ermüden, Erschlaffen, Erlahmen, Vergehen und Verwelken für immer entrückt zu sein? Eine Leiblichkeit unser zu nennen, die an keinen Ort und keine Zeit mehr gebunden ist, für die Entfernungen gar keine Schranken mehr sind? Eine Leiblichkeit, die nie mehr eine unerschöpfliche Quelle von Beschwerden und Hemmnissen, von Versuchungen, Trägheiten, Fehlgriffen und Irrtümern ist? Wenn alle Organe des neuen Leibes in vollendeter Harmonie stehen, erfüllt mit aller Fülle göttlichen Lebens, Wollens und Wesens? Wenn kein Misston mehr durch unser Denken, Empfinden und Wollen geht? Wenn wir erkennen werden, gleichwie wir erkannt sind? Wenn es kein Gebiet göttlicher Weisheit und Offenbarung im Himmel, auf Erden und unter der Erde mehr gibt, in das wir nicht ungehinderten Zutritt hätten, um je länger, je völliger ohne Maß und Schranke, ohne Schleier und Hülle den Spuren unseres herrlichen Hauptes auf Schritt und Tritt zu folgen? Wenn jede Bewegung unseres erlösten Wesens nur auf den einen Ton gestimmt ist, Ihm zu gefallen, Ihn zu verherrli-chen, nie mehr sich selbst zu suchen, sich selbst zu leben? Es ist nicht auszudenken, was das alles in sich schließen wird. Es wird über die Maßen mehr sein, als wir erbitten oder verstehen können.