Das biblische Menschenbild (Kol. 3, 10 ; 1. Joh. 3, 2)

„und den neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis, nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat;“

Kol. 3, 10

„Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“

1. Joh. 3, 2

Autor: Heinz Schumacher, auszugsweise aus seinem dem Buch „DIE LEHRE DER BIBEL”

Nach der Bibel hat der Mensch einen Adel, eine Würde, die nur ihm eignet: er ist im Bilde Gottes geschaffen (1. Mose l, 26). Und in 2. Mose 2, 7 lesen wir bezüglich seines Ursprungs: „Jehovah Gott bildete den Menschen, Staub von dem Erdboden, und hauchte in seine Nase Odem des Lebens, und der Mensch wurde eine lebendige Seele.” Daraus ist ersichtlich, dass der Mensch schon vor dem Sündenfall in einer gewissen Spannung existierte, zwei Seiten besaß, eine irdische und eine himmlische, eine erdverbundene und eine gottzugewandte. Denn sein Ursprung lag einerseits im Staube des Erdbodens (der bereits in die Finsternis des Tohuwabohu geraten gewesen war) und andererseits im Odem des Lebens aus Gott. So ist der Mensch Mitte und Mittler der Schöpfung, weil er beide Seiten der Schöpfung — die fleischliche, triebhafte, tierische und die geistige, gottzugewandte und himmlische — in sich vereinigt. In der Mitte zwischen Engel und Tier stehend, Geist wie die Geisterwelt und Fleisch wie die Tierwelt an sich tragend, kann er beide verstehen und ist er berufen, in den Äonen der Vollendung, der Gesamtschöpfung zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes zu verhelfen (Rom. 8,21).

Der Mensch vor dem Fall muss eine ungeahnte Würde,, Hoheit, Kraft, Fähigkeit und Ausstrahlung besessen haben. Ihm wurde der Auftrag zuteil (1. Mose l, 26 —28), über Fische, Vögel, Vieh und die ganze Erde — nicht aber über den Mond — zu herrschen; er sollte fruchtbar sein, sich mehren, die Erde füllen — nicht jedoch in Ballungsräumen über füllen — und sich die Erde Untertan ma-chen. — Wie Gott das gemeint hat und wie dies geschehen kann, wird Er einmal im Zeitalter des Tausendjährigen Reiches Jesu Christi auf dieser Erde allen Völkern demonstrieren.

Durch den Sündenfall entartete das Gottesbild zur Karikatur. Der Mensch ist nun „tot in Sünden” (Eph. 2, 1), gottlos, er ist ein Sklave seiner Umwelt (Zeit-geist, Mode, Propaganda, Massenmedien), der Überwelt (Satan und seiner Helfershelfer nach Eph. 6) und seiner Innenwelt (Eigenwille, Ichliebe, Lüste und Begierden). Sein Geist, ursprünglich eine „Leuchte Jehovahs” (Spr. 20, 27), ist infolge seiner Gesetzlosigkeit erloschen (Spr. 13, 9); ein „glimmender Docht” (Jes. 42, 3) ist übriggeblieben. — Den aber will Jesus Christus nicht auslöschen, sondern zu heller Flamme entfachen. Aufgrund des Erlösungswerkes Jesu Christi darf der Mensch nicht nur Vergebung, sondern auch Heilung und Wiederherstellung erlangen. Jeder Gläubige ist nun ein Mensch, in dem durch den Glauben Gottes Geist Einzug hält und eins wird mit dem Menschengeist, er wird neugezeugt als Gottes Kind, reift heran zu einem Gottessohn und Gotteserben und wird wieder verwandelt zu einem Ebenbilde Gottes (Kol. 3, 10 / 1. Joh. 3, 2), von dem wieder Göttliches ausstrahlt: Liebe, Lauterkeit, Wahrheit, Güte, Sanftmut, Heiligkeit, Erbarmen. Er darf werden, wie Jesus ist, das Urbild des wahren Menschen und zugleich das Bild Gottes. Was Sünde und Tod in der Gesamtmenschheit wie bei jedem einzelnen anrichten, soll durch Jesus wieder geheilt und völlig überwunden und in Gerechtigkeit Gottes und unsterbliches Auferstehungsleben verwandelt werden (Rom. 5,12—21).