Danken wirkt Wunder (1. Thess. 5,18)

„Seid allezeit fröhlich! Betet ohne Unterlaß! Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. Den Geist dämpfet nicht, die Weissagung verachtet nicht; prüfet aber alles. Das Gute behaltet, enthaltet euch des Bösen in jeglicher Gestalt!“

‭‭1. Thessalonicher‬ ‭5:16-22‬

Autor: Jürgen Schard, gleichnamiger Artikel aus GuH 2010

Gott möchte, dass wir Ihm in allen Dingen Dank sagen; nicht nur, wenn es uns gut geht, sondern auch für schwierige und leidvolle Wege. So sagt es Gottes Wort: Sagt Dank in allen Dingen, denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch (1. Thess. 5,18).

Ist das überhaupt möglich? Tust du das? Bei Krankheitsnöten oder schweren Enttäuschungen? Bei Depressionen oder tiefen Verletzungen? Bei Mobbing am Arbeitsplatz oder in der Schule oder gar beim Verlust der Arbeitsstelle? Dafür auch noch danken? Ist das nicht zu viel verlangt, fromm überspannt? Aber gerade darin liegt das Geheimnis eines gesegneten und zufriedenen Lebens. Manche Gläubige sind innerlich blockiert, weil ihr Glaube an die Liebesmacht Gottes nicht ausreicht, Ihm für alles, wirklich alles zu danken. Es gibt Dinge im Leben, mit denen manche nicht fertig werden: verborgene Nöte, unerfüllte Sehnsüchte oder das Empfinden, zu kurz gekommen zu sein. Schwere Enttäuschungen, vielleicht sogar über Gott, die sich tief in die Seele eines Menschen einprägen können. Es kommt wirklich alles darauf an, diese Dinge zu überwinden und Gott für die Rätsel, für Verletzungen oder Enttäuschungen zu danken. Darin liegt der Schlüssel, der unser Leben positiv verändert. Denn Danken wirkt Wunder. – Drei Gründe können uns dabei helfen:

1. Gott meint es zutiefst gut mit uns

Das zu erfassen, zu glauben, daran hängt sehr viel. Du bist kein Kind des Zufalls. Gott hat dich wunderbar geschaffen. Er will dich, jetzt und in Ewigkeit. Der Feind will dir das ausreden, oft durch Vergleichen mit anderen, die scheinbar besser dran sind. Luther meint, der Mensch wäre sicherlich dankbarer, wenn ihm Gott nicht alle Gaben auf einmal gäbe.

Gott schenke uns ganz neu den Durchblick dafür, wie sehr wir geliebt sind. Gott hat nur Gedanken des Friedens und der Liebe mit dir.

2. Gott macht keinen Fehler

Er hat alles im Griff und übersieht nichts oder schaut mal weg. Er lenkt und leitet alles bis ins Kleinste hinein. Darum gilt: „Es kann mir nichts geschehen, als was Er hat ersehen und was mir heilsam ist.“ Darum: Was dir geschieht, es ist der Herr, allgegenwärtig und allmächtig, der uns von allen Seiten umgibt und unser ganzes Leben in Seinen Händen hält. So müssen uns alle Dinge zum Besten dienen (Röm. 8,28). Was für ein Wort! Auch wenn wir jetzt vieles noch nicht verstehen, vertrauen wir darauf, dass Gott doch alles zum Besten lenkt. Gott wird einmal alle Rätsel unseres Lebens lösen und gerade durch sie Wunderbares schaffen. Das bezeugt auch Bodelschwingh: „Das Reifwerden eines Christen ist im tiefsten Grund ein Dankbarwerden.“

Wir wollen doch keine griesgrämigen und enttäuschten Kopfhänger sein bei einem so großen und wunderbaren Gott, sondern zufriedene und dankbare Menschen. Weil das Licht des Lebens uns erleuchtet hat, können wir fröhlich in Hoffnung sein (Röm. 12,12).

3. Ja sagen zu den Wegen Gottes

Wir müssen einmal Gottes Wege mit uns verinnerlichen und annehmen, auch die schweren Wege, weil sie aus Gottes fürsorgender Liebe und Weisheit kommen und für uns gerade richtig sind. Denken wir an Paul Gerhardt, der in schwerster Zeit singen konnte: „Sollt ich meinem Gott nicht singen, sollt ich Ihm nicht dankbar sein, denn ich seh in allen Dingen, wie so gut Er’s mit mir mein. Ist’s doch nichts als lauter Lieben, das Sein treues Herze regt…“

Können wir zu allen Wegen „Ja“ sagen? Wenn nicht oder nur halb, warum? Meinen wir, Gott habe etwas übersehen oder uns weniger lieb als andere? Das kann nicht sein. Es ist so wichtig, dass wir uns durchringen zum vollen „Ja“ zu Gottes Wegen. Wenn das geschieht, fließt ganz neu der Gnadenstrom ins Leben. Denn wer Dank opfert, verherrlicht mich…; ihn werde ich das Heil Gottes sehen lassen (Ps. 50,23). „Da wird es hell in einem Menschenherzen, wo man für das Kleinste danken lernt“ (Bodelschwingh).

In unserem Leben kommt es sehr darauf an, dass wir nicht an den Enttäu- schungen und dem ewigen Fragen hängen bleiben, sondern Gott für alles dan-ken und Ihn loben. Alle Undankbarkeit ist letztlich Unglaube. Ja, es ist eine Frage des Vertrauens. Gott ist so groß und so nahe, dass Er aus allem, auch aus dem Schwierigsten und Unverständlichen etwas Großes und Wunderbares macht. Er ist am Werk mit einem jeden von uns. Wir werden noch staunen, was einmal aus uns wird.

Wir danken Gott auch von Herzen für die Gemeinde, in der wir leben. Welch ein Reichtum an Gottes Wort, an geistlichen Gaben und herzlicher Gemeinschaft. Wir sind miteinander unterwegs auf ein großes Ziel zu und unser guter Herr geht mit. „Danke, ach Herr, ich will Dir danken, dass ich danken kann.“