Alles hat seine Zeit (Prediger 3, 1)

„Alles hat eine bestimmte Zeit, und jedes Vornehmen unter dem Himmel hat seine Zeit.“

‭‭Prediger‬ ‭3:1‬ ‭ELB

Karl Geyer

Alles Weltgeschehen ist zielmäßig bestimmt. Gott baut nicht aufs Ungewisse hin. Von Anbeginn stand in Seinem Geiste alles fertig da. In den von Ihm ver-ordneten Zeiträumen rollt alles Weltgeschehen ab, und im ganzen All regt sich keine Hand und kein Fuß ohne Seinen Willen. Kein Sperling fällt ohne Ihn vom Dache und kein Haar von unserem Haupte.

Das ganze All dient Ihm, und Christus, der Sohn der Liebe, das Strahlbild Seiner Herrlichkeit, trägt es dem Ziele seiner Bestimmung zu (Hebr. l, 3). Jedem Wesen ist seine Zeit gegeben, um sich zu entfalten. Geborenwerden hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit. Alle Mächte und Gewalten gehen ihren Weg innerhalb der ihnen von Gott zugemessenen Frist.

Satan ist der Gott und Fürst dieses Äons, dieses Zeitalters, das deshalb auch in der Schrift das böse Zeitalter (der böse Äon) genannt wird. Am Ende dieses Zeitalters, wenn er wahrnimmt, dass ihm nur noch wenig Zeit zur Verfügung steht, drückt er gewal-tig aufs Tempo, da ihn diese Erkenntnis in große Wut versetzt (Offb. 12, 12).

Auch die Sünde hat ihre gottverordnete Zeit von 70 Jahrwochen, um völlig aus-zureifen bis auf ihr Vollmaß, so dass jede nur mögliche Übertretung geschehen und zum Abschluss gebracht ist, aber auch die Sühnung geschehen und eine ewige Gerechtigkeit eingeführt ist (Dan. 9, 24).

Selbst der Sohn der Liebe erschien nicht willkürlich zu irgendeinem beliebigen Zeitpunkte, sondern zu der vom Vater bestimmten Stunde. Als die Zeit erfüllet war, sandte Gott Seinen Sohn.

Das Böse in der Welt hat, weil es geschöpflich begrenzt ist, nur einen Äon zur Entwicklung und Vollendung und öffentlichen Schaustellung, diesen bösen Äon. Die Gnade aber braucht, da sie aus Gott kommt, alle kommenden Äonen, um sich in immer herrlicherer Fülle zu entfalten und erwiesen zu werden als ein überschwänglicher Reichtum dessen, den aller Himmel Himmel nicht fassen (Eph. 2, 7).

Quelle: Zeitschrift Gnade und Herrlichkeit, 1960

„Alles hat eine bestimmte Zeit, und jedes Vornehmen unter dem Himmel hat seine Zeit. Geborenwerden hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit; Pflanzen hat seine Zeit, und das Gepflanzte Ausreißen hat seine Zeit; Töten hat seine Zeit, und Heilen hat seine Zeit; Abbrechen hat seine Zeit, und Bauen hat seine Zeit; Weinen hat seine Zeit, und Lachen hat seine Zeit; Klagen hat seine Zeit und Tanzen hat seine Zeit; Steinewerfen hat seine Zeit, und Steinesammeln hat seine Zeit; Umarmen hat seine Zeit, und vom Umarmen Sichfernhalten hat seine Zeit; Suchen hat seine Zeit, und Verlieren hat seine Zeit; Aufbewahren hat seine Zeit, und Fortwerfen hat seine Zeit; Zerreißen hat seine Zeit, und Nähen hat seine Zeit; Schweigen hat seine Zeit, und Reden hat seine Zeit; Lieben hat seine Zeit, und Hassen hat seine Zeit; Krieg hat seine Zeit, und Frieden hat seine Zeit.“
‭‭‬‬

Prediger‬ ‭3:1-8‬ ‭ELB