Wir rühmen uns Gottes (oder in Gott) (Rö. 5,11)

Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben

Römer 5, 11

Autor: Adolf Heller, auszugweise aus seiner Schrift „Gottgefälliges Rühmen“

Nicht nur der Hoffnung der Herrlichkeit, so groß und köstlich sie auch sein mag, nicht nur der Trübsale, so wichtig und gesegnet sie zur Zubereitung und Vollendung der Kreatur auch sind, rühmen wir uns, nein, unser Ruhm geht auf das Größte und Herrlichste, das es in der ganzen Schöpfung gibt, auf Gottes wunderbare Person selber! Darum spricht Paulus in Röm. 5, 11 das gewaltige Wort: „Wir rühmen uns Gottes“.

Nichts und niemand anders als Gott selbst ist im tiefsten Grunde der Gegenstand und Inhalt unseres Ruhmes! Erst wenn wir einen Blick in sein erbarmendes Vaterherz getan und den Pulsschlag seiner in Christo sich selbst opfernden Liebe gespürt haben, vermögen wir von der Torheit und dem Jammer unseres sündenbefleckten Eigenruhmes abzulassen und uns in Wahrheit seiner zu rühmen. Darum bezeugt einerseits die Schrift, dass Errettung und Wachstum durch die Erkenntnis Gottes gewirkt werden (Joh. 17, 3; Kol 1, 10b), und andererseits ist der Feind bemüht, die Erkenntnis Gottes bis hinein in die frömmsten Kreise verächtlich zu machen.

Gott ist unser Ruhm! Schon in 5. Mose 10, 21 wird Jehova der Ruhm Israels genannt, und in Psalm 71, 8 bezeugt der heilige Sänger: „Mein Mund ist erfüllt von deinem Lob, von deinem Ruhm den ganzen Tag.“

David gebraucht im 109. Psalm eine seltsame Anrede; er betet zu dem Gott seines Lobes oder zum Gott seines Ruhmes.

In Jer. 17, 14 spricht der tränenreiche Prophet, dessen „Jeremiaden“ sprichwörtlich geworden sind, das wunderbare Wort zu Gott: „Du bist mein Ruhm!“ Bei all seinen Gerichtsbotschaften, die er an Israel (30, 12. 13 u.a.) und an die Nationen (1. 10 u.a.) auszurichten hatte, hatte er doch einen wunderbaren, unerschütterlichen Ruhm: die Person des herrlichen Gottes, der trotz allen Unglücks, das er über seine Geschöpfe verhängt, nur Gedanken des Friedens hat (29, 11).

Wir sind nach 1. Kor. 30, 31 „aus Gott“, „in Christo Jesu“, der uns aus dem Grunde zur Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligkeit und Erlösung geworden ist, auf dass, wer irgend sich rühme, sich des Herrn rühme!