Was nicht mehr sein wird (Offb. 21,1 und 4; 22,5 und Jes. 2.4)

   „Das Meer ist nicht mehr.“                           

Offb. 21,1

  „Der Tod wird nicht mehr sein.“                   

Offb. 21,4

  „Nacht wird nicht mehr sein.“                      

Offb. 22,5

  „Sie werden den Krieg nicht mehr lernen.“   

Jes. 2,4

Autor: Gerhard Herbst, nach seinem gleichnamigen Artikel in GuH

Israel wird sich unter der Königsherrschaft seines Messias im 1000-jährigen Friedensreich nicht nur der vielen Segensverheißungen erfreuen, die Er Seinem Volk gegeben hat, sondern große Freude auch über das haben, was im Tausendjahrreich nicht mehr sein wird. In vollem Umfang werden sich Gottes Segensverheißungen zwar erst auf der neuen Erde erfüllen, aber einen Vorgeschmack bekommt Israel und die Völkerwelt bereits unter der Königsherrschaft Jesu Christi auf dieser Erde.

Das wichtigste Ereignis wird sein, dass Satan, dem Fürsten dieser Welt, für 1000 Jahre die Verfügungsmacht und die Verführungsmöglichkeit über die Menschheit genommen wird (Offb. 20,1-3). Weil Satan 1000 Jahre lang die Völkerwelt nicht mehr verführen kann, werden Sünde und Tod in dieser Zeit erheblich eingeschränkt werden. Die Menschen werden alt werden wie die Bäume, der Jüngling wird als Hundertjähriger sterben, Säuglingssterblichkeit wird es nicht mehr geben, die Alten werden ihr Leben zu Ende leben können. Die Menschen werden Häuser bauen und sie bewohnen, Weinberge pflanzen und ihre Frucht essen, jeder wird das Werk seiner Hände selbst genießen und verbrauchen dürfen. „Man wird nicht übel tun noch verderbt handeln auf meinem heiligen Gebirge. – Ich werde über Jerusalem frohlocken und über mein Volk mich freuen. Und die Stimme des Weinens und des Wehklagens wird nicht mehr darin gehört werden“ (Jes. 65,19-25).

Friede wird auch in der Tierwelt einkehren. Jes. 11,6-8 und 65,25: „Wolf und Lamm werden beisammen weilen. Der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind und mit dem Kalb und Mastvieh zusammen sein. Kuh und Bärin werden miteinander weiden, ihre Jungen zusammen lagern. Der Säugling wird am Loch der Natter spielen.“

Die wunderbarste Verheißung für das 1000-jährige Reich, deren Erfüllung in unserer von Kriegen, Kriegsgeschrei, Terror, Anarchie und Ratlosigkeit geprägten Zeit kaum vorstellbar ist, hat der Herr den Propheten Jesaja schauen lassen. Jes. 2,3-4: „Von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort des Herrn von Jerusalem. Und Er wird richten    zwischen den Nationen und Recht sprechen vielen Völkern. Und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden… Nicht wird Nation wider Nation das Schwert erheben und sie werden den Krieg nicht mehr lernen“ (s.a. Micha 4,2-3). Diesen Zustand des Friedens unter den Völkern können wir uns heute kaum vorstellen. Micha beschreibt ihn in Vers 4 schlicht und einfach mit den Worten: „Und sie werden sitzen ein jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und niemand wird sie aufschrecken. Denn der Mund des Herrn der Heerscharen hat geredet.“

Während die Dinge, die im 1000-jährigen Friedensreich nicht mehr sein werden, ein Segen vor allem für das Volk Israel sein werden, werden derartige Segnungen auf der neuen Erde allen auf ihr wohnenden Menschen zugute kommen: dem erlösten Volk Israel, den auserwählten Gliedern des Leibes Christi, den Märtyrern, die um des Wortes Gottes und um ihres Zeugnisses willen ihr Leben verloren hatten (Offb. 6,9-11), und allen, die nach dem Gericht vor dem großen weißen Thron aufgrund der Eintragungen im Buch des Lebens und in den Büchern der Werke auf die neue Erde hinübergerettet wurden (Offb. 20,11.12).

Der Apostel Petrus hat verheißen, dass die jetzigen Himmel und die Erde einmal im Feuer vergehen werden (2. Petr. 3,7.12.13). Johannes sieht den neuen Himmel und die neue Erde in Offb. 21,1-3: „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herniederkommen von Gott, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. Und ich hörte eine mächtige Stimme vom Thron her sprechen: Siehe, die Zeltwohnung Gottes bei den Menschen! Und Er wird bei ihnen wohnen und sie werden Seine Völker sein, und Er selbst, Gott, wird als ihr Gott bei ihnen sein.“

Die neue Erde hat zwei besondere Kennzeichen. Erstens: „Das Meer ist nicht mehr.“ Heute bedecken die Meere zwei Drittel der Erdoberfläche. Eine Erde ohne Meere wird der erlösten Menschheit aller Zeiten genügend Wohnraum bieten. Auch wird ein total anderes Klima herrschen.

– Das zweite Kennzeichen ist, dass Gott selbst bei den Menschen wohnen wird, nicht mehr nur bei Seinem Volk Israel. Hierzu kommt die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel hernieder von Gott, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut (Offb. 21,2). – Die Stadt weist alle Kennzeichen Israels auf: 12 Tore aus 12 Perlen, 12 Grundlagen mit den Namen der 12 Apostel, 12 Edelsteine, an den Toren 12 Engel und die Namen der 12 Stämme Israels. – Die Größe des neuen Jerusalem ist für uns heute unvorstellbar. Die Schrift gibt ihre Länge, Breite und Höhe mit 12000 Stadien an (je 185 m = je ca. 2200 km) (Offb. 21,16). Die Stadt dürfte daher am Hang eines riesigen Berges angelegt sein (Offb. 21,10). An ihrer Spitze steht der gemeinsame Thron Gottes und des   Lammes, aus dem der Strom von Wasser des Lebens hervorgeht (Offb.   22,1.2).

Die ständige Anwesenheit Gottes bei den Menschen bewirkt, dass viele Dinge, die uns heute lebensnotwendig erscheinen oder die uns belasten, nicht mehr sein werden. Offb. 21,4: „Und Gott selbst wird jede Träne von ihren Augen abwischen und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein.“ Offb. 22,3: „Und keinerlei Fluch wird mehr sein.“ Vers 5: „Und Nacht wird nicht mehr sein und kein Bedürfnis nach einer Lampe und dem Licht der Sonne, denn der Herr, Gott, wird über ihnen leuchten.“ Offb. 21,22: „Und ich sah keinen Tempel in ihr, denn der Herr, Gott, der Allmächtige, ist ihr Tempel und das Lamm.“ Vers 24: „Und die Nationen“ (auch solche gibt es auf der neuen Erde) „werden durch ihr Licht wandeln  und  die  Könige  der  Erde  bringen  ihre  Herrlichkeit  zu  ihr.“ Angesichts der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott bereitet hat, werden unsere derzeitigen Kümmernisse klein. Darum ruft uns der Herr in Jes. 65,17.18 zu: „Siehe, Ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und an das Frühere wird man nicht mehr denken und es wird nicht mehr in den Sinn kommen. Vielmehr freut euch und frohlockt allezeit über das, was Ich schaffe.“

Die Segensverheißungen, die Christus den vor Grundlegung der Welt auserwählten Gliedern Seines Leibes gegeben hat, beginnen schon in ihrem irdischen Leben, also jetzt, Wirklichkeit zu werden. Christus hat sie durch den Heiligen Geist zu einer neuen Schöpfung gezeugt (2. Kor. 5,17). Wenn auch ihr äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert (2. Kor. 4,16). Dieser kann also nicht sterben und trägt schon den Keim ewigen Lebens in sich. Keine Gewalt im Himmel und auf Erden, auch nicht der Tod, kann diejenigen, die in Christus sind, von der Liebe Gottes scheiden (Röm. 8,39). Vom Tag der Entrückung  an werden wir allezeit bei dem Herrn sein (1. Thess. 4,17). Schon jetzt hat Er uns in die Königsherrschaft des Sohnes Seiner Liebe versetzt (Kol. 1,13). Schon jetzt hat Er uns mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern gesegnet (Eph. 1,3) und uns fähig gemacht zu dem Anteil am Erbe der Heiligen im Licht (Kol. 1,12). „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, das hat Gott denen bereitet, die Ihn lieben“ (1. Kor. 2,9). „O Tiefe des Reichtums der Weisheit und der Erkenntnis Gottes!“