Wir alle (1. Kor. 15, 51, Rö. 8, 32)

3 unter ihnen führten auch wir alle einst unser Leben in den Begierden unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten; und wir waren von Natur Kinder des Zorns, wie auch die anderen.4 Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat um seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat, 5 auch uns, die wir tot waren durch die Übertretungen, mit dem Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr errettet!

Eph. 2, 3

13 Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hinein getauft worden, ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie, und wir sind alle getränkt worden zu einem Geist.

1. Kor. 12, 13

18 Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen wie in einem Spiegel, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn.

2. Kor. 3, 18

51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, 52 plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune; denn die Posaune wird erschallen, und die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden.

1. Kor. 15, 51

10 Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, damit jeder das empfängt, was er durch den Leib gewirkt hat, es sei gut oder böse.

2. Kor. 5, 10

10 Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden ja alle vor dem Richterstuhl des Christus erscheinen; 

Rö. 14, 10

13 bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Maß der vollen Größe des Christus

Eph. 4, 13

31 Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein? 32 Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken?

Rö. 8, 32

Autor: Adolf Heller, Nachschrift eines Wortdienstes in Berlin von Adolf Heller, erschienen in GuH,
Auch als MP3-Vortrag verfügbar: https://data.kahal.de/mp3/02700 – A.Heller – Wir alle.mp3

Meine Freunde und Brüder, ihr Heiligen und Geliebten Gottes!

Möge der Herr uns heute abend Sich selbst so enthüllen, dass wir Ihn mit den Augen des Glaubens schauen können und erfasst und erfüllt und überströmend werden von dem, was Er ist und wie Er ist. Gott gebe uns nicht nur eine flüchtige Begegnung, sondern schenke uns, dass wir uns von Ihm erfassen lassen bis in das Letzte, Tiefste und Geheimste unseres Unterbewussten und Unbewussten. Das ist mein innigstes Anliegen. Und möge wahr werden, was wir eben gehört haben im Liede der Sänger: „Ewigkeit, in die Zeit leuchte hell hinein“! Gott gebe das in diesen Minuten!

Ich möchte heute abend ein Zeugnis geben von zwei Wörtlein, die der Apostel Paulus mehrfach gebraucht hat und in denen er sich mit seinen Briefempfängern zusammenschließt und damit Aussagen verbindet, die das Letzte und Tiefste unseres Verlorenseins und den Weg unserer Rettung zeigen. Diese Wörtlein heißen: „wir alle“. Diese beiden Wörtlein sind in den Zusammenhängen, die wir betrachten wollen, Speise für den Geist und ein Anker für die Seele. Durch sie werden wir alle zusammengeschlossen. Möchten sie uns unverlierbar eingeprägt werden durch den Heiligen Geist!

Wir wollen jetzt acht Zeugnisse betrachten, in denen die Wörtlein „wir alle“ in den Paulusbriefen vorkommen.

1. Wir alle waren verloren

Nach Eph. 2, 3 „hatten auch wir einst alle unseren Verkehr in den Lüsten unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten und von Natur Kinder des Zornes waren, wie auch die übrigen“. – Es gibt keine von Natur aus edlen, freien Menschen. Wir alle waren – oder sind bis zu dieser Stunde – Kinder des Zornes; wir lebten – oder leben noch – in den Gedanken und Lüsten des Fleisches; wir taten den Willen des natürlichen Fleisches, oder tun ihn noch, soweit wir noch nicht in Christo Jesu sind. Wer diese Tatsache einmal erkennt, erbebt und zerbricht. Wir sind nur errettet worden, weil wir Verlorene sind von Haus aus. Der Apostel schließt in diese Aussage alle ein – auch sich selbst, alle in Ephesus, alle in Korinth und in allen Gemeinden. Auch wir gehören alle dazu. Wer da noch nicht hineingestorben ist, der kann das Heil noch nicht verstehen. Durch das Erkennen dieser Tatsache wurden wir rettungsreif für Gott.

2. Wir alle sind in einem Geiste zu einem Leibe getauft worden

In 1. Kor. 12, 13 lesen wir: „Denn auch in einem Geiste sind wir alle zu einem Leibe getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geiste getränkt, worden.“

Wer in der Zeit bis zum Wiederkommen Christi errettet wird, ist ein Glied des Leibes des Christus, ob er es weiß oder nicht, ob er es begehrt oder ablehnt/Den frommen Ephesern sagt der Apostel Paulus: „Wir alle sind Sünder von Natur.“ Und der zerrissenen Gemeinde zu Korinth ruft er zu: „Wir sind alle Glieder des Leibes Christi.“ Dieses zweite „wir alle“ besagt nichts Geringeres, als dass auch, wir alle zu dem einen Leibe des Christus gehören, die wir vermittels des Glaubens errettet wurden. Gehören auch die dazu, die es ablehnen, die diese Würde beschmutzen? Auch sie. Wenn ein Königskind mit Zigeunerkindern spielt und sich dabei beschmutzt, nicht an die Würde des Vaters denkt und an das Erbe, das es einmal erhalten soll, dann bleibt es doch ein Königskind. So sind und bleiben wir alle Glieder des Leibes Christi. Das ist eine beseligende Tatsache. Wir bilden mit dem Christus den „Füllechristus Gottes“, dem die unerhörtesten Verheißungen gegeben sind.

Ich bitte alle, die den Herrn Jesus noch nicht angenommen haben: öffnet euch dem Wirken des Geistes Gottes, öffnet euch dem Wort, das euch einlädt! Lasst euch davon erfassen! Dann wird der Geist Gottes auch euch hineinbauen in den Körper Christi!

Paulus betont hier, dass wir alle den Körper des Christus bilden. Nicht nur die Fortgeschrittenen gehören dazu. Es gehören alle dazu, die ihre Verlorenheit erkannten und sich retten ließen, alle, die die Wahrheit mehr lieben als die Lüge.

3. Wir alle werden, den Herrn anschauend, verwandelt

Paulus schreibt in 2. Kor. 3, 18: „Wir alle aber, mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauend, werden verwandelt nach demselben Bilde von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, als durch den Herrn, den Geist“. In dem Augenblick, wo wir uns von Christus ergreifen lassen, wo wir unsere Sünde und Schande, unsere Sehnsucht und unsere Angst diesem Herrn geben, wo wir zu Ihm Zuflucht nehmen, in diesem Augenblick beginnt der Herr in uns durch Seinen Heiligen Geist eine innere Verwandlung, eine Umgestaltung, die wir selbst oft gar nicht bemerken. Aber andere merken sie, nicht nur Menschen, sondern auch Engel und Dämonen. Durch das Anschauen der Herrlichkeit des Herrn werden wir verwandelt. Alles, was wir anschauen – es sei gut oder böse -, übt auf unseren inneren Menschen eine umgestaltende Wirkung aus. Indem wir mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen, werden wir verwandelt, und zwar wir alle. In dem Maße, als du im Wort, im Gebet, in Gemeinschaft mit den Brüdern den Herrn anschaust, wirst du verwandelt. In dem Maße, als du die Welt anschaust, prägt dich das Wesen der Welt. Deshalb sind w i r daran schuld, wenn wir einmal düster oder wenig herrlich auferstehen, statt strahlend und schön zu sein! Wir werden alle eine arteigene Klarheit haben, verschieden wie die Klarheit der Sonne, des Mondes und der Sterne. In der Pädagogik bedeutet „ anschauen“: mit allen Sinnen und Organen etwas aufnehmen. Eine Banane wird im Anschauungsunterricht z. B. angeschaut, gemalt, berochen, gegessen. Zum Anschauen des Herrn gehört deshalb auch das Mahl des Herrn. Durch das Anschauen sollen w i r alle verwandelt werden, nicht nur die Korinther, nicht nur diese oder jene Gemeinde. Was wir anschauen, wirkt an uns als strahlende Kraft und prägt unser Wesen.

4. Wir alle werden auch äußerlich verwandelt werden

In 1. Kor. 15, 51 lesen wir: „Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen, w i r werden aber alle verwandelt werden, in einem Nu. . .“.

Schon heute werden wir, den Herrn anschauend, innerlich verwandelt. So hörten wir. Durch das Anschauen kam der Sündenfall. Und als David die Bathseba anschaute, begann diese Sündengeschichte in seinem Leben. Schauen wir aber den Herrn an, so werden wir in Sein Bild hineinverwandelt. So vollzieht sich die Heiligung, und so geschieht auch die Vollendung in Sein Bild: „Wir werden Ihm gleich sein, denn wir werden Ihn sehen, wie Er ist“ (1. Joh. 3r 2). Wir sehen Ihn dann nicht, wie wir Ihn uns vorgestellt haben, sondern wie Er wirklich ist.

Heute schon verwandelt uns das innere Schauen durch den Glauben, durch das Wort, durch das Gebet, in der Gemeinschaft mit Brüdern, durch das Brotbrechen, durch das Sündenbekenntnis, durch die Handauflegung. Wenn dann der Herr kommt, geschieht auch die äußere Umgestaltung. Und die äußere Verwandlung wird genau dem Grad unserer inneren Verwandlung entsprechen.

Die Wiederkunft des Herrn ist näher, als wir ahnen. Der Herr ist nahe. Bald wird Er kommen. Dann werden nicht alle entschlafen sein, alle werden aber verwandelt werden. Der Grad des Glanzes, der Lichtesfülle, die wir dann ausstrahlen im Universum, entspricht genau dem Grad der Verwandlung, die wir jetzt innerlich erleben, die wir in uns sich auswirken lassen. Wir selbst wirken mit an der Strahlkraft unseres Auferstehungskörpers, indem wir den Herrn in uns hineinstrahlen und alles Finstere ausräumen lassen.

5. Wir werden alle vor dem Richterstuhl des Christus stehen

Wir lesen in 2. Kor. 5, 10: „Denn w i r müssen alle vor dem Richterstuhl des Christus geoffenbart werden, auf dass ein jeder empfange, was er in dem Leibe getan, nach dem er gehandelt hat, es sei Gutes oder Böses.“ Der Apostel Paulus sagt nicht: Nur die Unvollkommenen, oder nur die Edlen werden vor dem Preisrichterstuhl Christi stehen. Nein: wir alle! Alle, die ein Eigentum des Herrn Jesu waren, werden einmal entrückt, auch wenn sich noch Unvollkommenes und Böses in ihrem Leben – als Gläubige – fand. Dort aber, vor dem Richterstuhl, wird alles aufgedeckt werden, was hier auf Erden nicht aufgedeckt worden war. Was wir aber hier auf Erden an Sünde und Schuld aufgedeckt haben, wird dort nicht mehr zur Sprache kommen. Des dürfen wir gewiss sein. Gott wird dieser Sünden nie mehr gedenken, und wir werden auch nicht mehr an sie denken. Es werden dort nicht alle Sünden der Gläubigen aufgerollt, sondern nur das in unserem Leben, was wir nicht unter die Zucht des Geistes Gottes gestellt haben, was wir zudeckten. Was wir hier zudecken, wird dort aufgedeckt, aber was wir hier aufdecken, bleibt für Zeit und Ewigkeit zugedeckt und kommt nicht mehr zur Sprache. Wer Gutes getan hat, nachdem er errettet war, wird Lob, Lohn oder die Krone empfangen. Ein jeder wird dann sein ihm zustehendes Lob empfangen (1. Kor. 4, 5).

6. Wir alle werden vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden

„Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder auch du, was verachtest du deinen Bruder? Denn w i r werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden.“ (Rom. 14, 10.) Nachdem wir vor der Preisrichterbühne Christi die letzte Reinigung durchgemacht haben, sind wir fleckenlos und tadellos. Wir werden dann dem Vater selbst vorgeführt und vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. Dann wird der Christus (Haupt und Glieder) ohne Flecken oder Runzeln (Eph. 5, 27) vor Gott, dem Vater, stehen.

7. Wir alle werden hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes

„ … bis wir alle hingelangen zu der Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zu dem Maße des vollen Wuchses der Fülle des Christus.“ (Eph. 4, 13.) Zur Auferbauung und Vollendung der Heiligen sind eine Reihe von Diensten gegeben. Noch sind wir ja nicht vollendet. Zu diesem Zweck hat Gott Hirten, Lehrer, Evangelisten, Propheten und Apostel gegeben. Wir brauchen diese Dienste zu unserer Zubereitung und Vollendung. Einmal aber werden wir alle hingelangen zu der Erkenntnis des Sohnes Gottes. Erkennen bedeutet in der Schrift Leben zeugen. So wie der Sohn Gottes neues Leben zeugt, so werden auch wir in der Vollendung neues Leben zeugen.

Wir wollen keinen Dienst, der heute zur Auferbauung und Vollendung des Leibes Christi geschieht, verachten, auch nicht den Evangelistendienst. Alle die genannten Dienste sind notwendig.

8. Uns allen gibt der Vater den Sohn – und mit Ihm alles!

Nach Römer 8, 32 hat Gott „Seines eigenen Sohnes nicht geschont, sondern Ihn für uns alle hingegeben“. Daran schließt sich die kühne Frage: „Wie wird Er (Gott) uns mit Ihm (dem Sohn) nicht auch alles schenken?“ – Auch hier sind wir alle angesprochen und gemeint. Von zwei Dingen ist die Rede: a) Christus ist für uns hingegeben worden, b) Mit Christus wird uns der Vater alles – wörtlich: das All – darreichen.

Die Hinwegnahme unserer Sünden hat der Herr Jesus allein vollbracht. Um aber Seine Vollendung, Seine Fülle zu erreichen, braucht Er uns, Seine Hinzufügung. Denn das All wird vollendet durch uns. Darum schenkt uns Gott mit Christus das All. – Wie wenig sehen und verstehen wir noch von den Herrlichkeiten der Bibel. Aber Er ist treu. Hochgelobt sei der Herr! Amen.