Mephiboseth (2. Sam. 9, 7)

Und David sprach zu ihm: Fürchte dich nicht; denn ich will gewiß Gnade an dir erweisen um deines Vaters Jonathan willen und will dir alle Felder deines Vaters Saul wiedergeben; du aber sollst täglich an meinem Tisch das Brot essen!

2. Sam. 9, 7

Autor: Adolf Heller, nach seinem gleichnamigen Artikel bei GuH

1. Mephiboseth, ein Enkel Sauls

Als David nach jahrelangem, qualvollem Unterdrückt- und Verfolgtwerden endlich zur Herrschaft über ganz Israel gekommen war, frug er, ob niemand vom Hause Sauls, seines Todfeindes, übriggeblieben sei (2. Sam. 8, 15; 9, l a). Durch einen Knecht namens Ziba erfuhr er, dass im Hause Malsirs in Lodebar ein Enkel Sauls lebe, Mephiboseth, der an beiden Füßen gelähmt war. Mephiboseth wusste, weshalb er sich in Lodebar (zu deutsch Land der Wüste!) verbarg. Er rechnete damit, daß David, endlich zur Macht gekommen, alle Verwandte und Freunde Sauls ausrotten werde. Das wäre nach menschlichem Ermessen durchaus verständlich gewesen und hätte der damaligen Sitte gar nicht widersprochen. Denken wir nur an die Anweisungen, die Gott selber bezüglich der Heidenvölker gab, die Israel auf seinem Zug ins gelobte Land Widerstand geleistet hatten, und an die Befehle hinsichtlich der scheinbar schuldlosen Nationen, die das Israel verheißene Land bewohnten!

Wir können also gut begreifen, weshalb sich Mephiboseth vor David verborgen hielt;  seine an und für sich berechtigte Furcht vor Rache und Vergeltung war die Ursache. —

Hatte denn aber David die Absicht, an dem Enkel Sauls Gericht und Strafe zu üben? Mitnichten! Wir hören das gerade Gegenteil! David gibt als Zweck seiner Nachforschungen an: „dass ich Güte (Gnade oder Barmherzigkeit) an ihm erweise …”

Welch ein edler Charakter ist David in der Schule der Leiden und Verfolgungen geworden! Wie spiegelt er in seiner Gesinnung Gottes Art und Wesen wider! Nicht niedre Rache begehrt sein Herz, sondern Gnade und Erbarmen möchte er an seinem wehrlosen, gedemütigten früheren Feind üben!

Welche Gefühle mögen wohl den armen Krüppel bewegt haben, als er vor David gebracht wurde, auf sein Angesicht fiel und sich niederbeugte (2. Sam. 8, 6)? Und wie mag er in ungläubig-freudigem Staunen die Worte von den Lippen des Königs vernommen haben: „Fürchte dich nicht; denn ich will gewisslich Güte an dir erweisen …” (2. Sam. 9, 7)!

Aber nicht nur das! Der Enkel Sauls wurde, nicht nur begnadigt, er bekam nicht nur sein Leben geschenkt, er erhielt das frühere Besitztum seiner Vorfahren zurück, durfte an der königlichen Tafel speisen und in Jerusalem am Königshofe wohnen (Vers 7.9.13).

Was bewirkte dieses wahrhaft königliche Angebot im Herzen des Krüppels? Mephiboseth beugte sich nieder und sprach: „Was ist dein Knecht, daß du dich zu einem toten Hunde gewandt hast, wie ich einer bin?” (Vers 8).

Diese Selbsterkenntnis und dieses Bekenntnis kam nicht durch Gerichtsandrohungen und Strafmaßnahmen Davids zustande, sondern durch Barmherzigkeitserweise und Gnadenmitteilungen. Jetzt war Mephiboseth sicherlich viel stärker überwunden, als es je durch eine königliche Machtverordnung der Fall gewesen wäre; Davids Güte hatte ihn restlos und völlig für „die neue Regierung” gewonnen.

Wir finden hier wieder den großen Grundsatz Gottes bestätigt, daß letzten und tiefsten Endes uns Seine Güte zur Buße leitet, wie Paulus in Römer 2,4 bezeugt.

Mephiboseth, der Krüppel, der Enkel Sauls, wohnte fortan beständig in Jerusalem und aß an des Königs Tisch. Welch ein Wechsel! Aus der Wüste in die Gottesstadt! Aus der Vereinsamung an den Königshof! Aus der Furcht in die Freude! Aus der Schmach in die Ehre! Aus der Flucht vor dem vermeintlichen Rächer in die Gnadennähe des huldvollsten Herrn! Fürwahr, sein Herz muss frohlockt haben ob dieser unverdienten, unerwarteten Liebesbeweise des Königs! —

2. Mephiboseth, ein Abbild von uns

Mephiboseth heißt auf deutsch Schande, Schandmaul oder Schandbild. Ist er nicht unser Spiegelbild? Was sind wir vor der Heiligkeit Gottes anders als Schandmäuler und Schandbilder? Wer den Mut hat, sich selbst im Lichte der unbestechlichen Wahrheit und Gerechtigkeit zu prüfen, kann nicht anders als dieses Urteil über sich selber unterschreiben.

Wie Mephiboseth vor David floh, so sind auch wir alle von Natur aus auf der Flucht vor Gott. Wir wissen, daß wir Seine Heiligkeit tausendmal befleckt haben und daß wir durch unsere Undankbarkeit und Sünden Ihm ins Antlitz schlugen. Auch wir wohnen gleich Mephiboseth in einem Versteck in der Wüste. Wie dieses Versteck heißt, ist ganz verschieden. Bei dem einen ist es Gottesleugnung, Trotz und bewusste Sünde. Bei einem ändern mag kulturelle, künstlerische oder wissenschaftliche Höchstleistung das Versteck sein, in das er flüchtet, um nicht unter den prüfenden Blick Gottes treten zu müssen. Ein dritter wiederum verbirgt sich hinter allerlei religiösen Formen, Zeremonien und Selbsterlösungsversuchen, um nicht vor dem Flammenauge der Wahrheit offenbar zu werden. Auf jeden Fall sind wir alle auf der Flucht vor Gott und verstecken uns vor Ihm, wie es einst der erste Mensch nach der ersten Übertretung tat.

So wie aber Mephiboseth die wahre Gesinnung Davids nicht kannte und ihm Gefühle und Absichten zuschrieb, die dessen Herz gar nicht bewegten, so geht es auch uns.

Wir kranken alle daran, daß wir nicht wissen, wer und wie Gott ist. Wir sehen in Ihm nur den Rächer und Richter, der danach trachtet, uns zur Rechenschaft zu ziehen und zu strafen. Wenn schon David, der doch nur gleich uns ein sündiger, schwacher Mensch war, so königlich zu handeln vermochte, wieviel mehr wird der, der Liebe ist und dessen Gnade und Erbarmen jedes menschliche Maß weit übersteigen, voller Güte und Barmherzigkeit an Seinen Feinden handeln!

Wenn Gott uns aus unserm sündigen oder frommen Versteck herausholen lässt, so tut Er es nicht, weil Er uns hasst und Rache an uns üben will, nein, Er tut es, um an uns Seine Güte und Gnade zu offenbaren. Und wenn Er uns wegen der uns angeborenen, in uns so tief verwurzelten Sündenliebe durch mancherlei Leiden, Trübsale, Prüfungen und Gerichte führen muss, bis Er uns Seinem Herrlichkeitsbilde gleichgestaltet hat, so ist der Beweggrund auch dazu nichts anderes als Liebe. —

Mephiboseth erlangt Barmherzigkeit um Jonathans willen (2. Sam. 9, 1. 7). Jonathan heißt aber auf deutsch „Gabe Gottes” oder „der von Gott Gegebene”. Das hat uns etwas zu sagen! Wenn Gott ohne weiteres all unsere Feindschaft gegen Ihn übersehen wollte, so widerspräche das Seiner Heiligkeit. Um Seiner Gerechtigkeit willen muss Gott alle und jede Sünde richten und strafen. Hier setzt das Evangelium der Gnade ein. Alle Schuld der Schöpfung hat Jesus Christus, „die Gabe Gottes” (2. Kor. 9,15), getragen und für immer hinweggetan. Um des Opfers Seines Sohnes willen kann Gott nun mit uns handeln, als hätten wir nie gesündigt. Wenn schon David um Jonathans willen das Schandbild Mephiboseth in unverdienter, nie erhoffter Gnade und Liebe aufnahm und reich segnete, wieviel mehr wird der Gott der Treue und Vater der Barmherzigkeit uns um Seines geliebten Sohnes willen, der der wahre Jonathan, der wirkliche Gottgegebene ist, in überschwänglicher Güte alles schenken! (Römer 8. 32).

Wie Mephiboseth erst durch Davids Gnadenerweis in Beugung und Selbstgericht geführt wurde und sich einen „toten Hund” nannte, so bringt uns Gottes überragende Güte immer tiefer in den Selbstverzicht und in die restlose Hingabe an Ihn. Wenn schon die Güte eines Menschen einen Mitmenschen beugte, wieviel mehr vermag die unfassbare, uferlose Barmherzigkeit des höchsten Allherrn (Offb. l, 8) ein beflecktes, verschuldetes Geschöpf zu beugen!

Es ist nicht wahr, daß die Erkenntnis der höchsten und herrlichsten Wahrheiten einen Menschen hochmütig mache, daß die Beschäftigung mit unserer gewaltigen Berufung und den umfassenden Zukunftsaufgaben, die wir als verherrlichte Christusglieder einmal ausführen werden, stolz und selbstbewusst mache. Das gerade Gegenteil ist der Fall! Gottes Güte führt nie in Leichtsinn und Oberflächlichkeit, sondern in die Buße. Wenn wir wirklich etwas von Gnadenmitteilungen und Gottesoffenbarungen empfangen, so werden wir in uns selbst klein und armselig, lernen das eigene Ich willig in den Tod geben, um dessen würdig zu werden, der uns zu so unfassbar Großem auserwählt und berufen hat. Wo dieses Doppelte fehlt, die Enthüllung dessen, wozu wir in Christo bestimmt sind, was wir vor den Augen Gottes in Christo gelten und wie das Wohlgefallen des Vaters der Herrlichkeit auf uns ruht, — und die sich daraus ergebende praktische Heiligung, Sterbenswilligkeit und Todesgemeinschaft mit unserm Herrn und Haupt, wo diese Paulusgemäße Verkündigung vernachlässigt wird, da wird meist nur gesetzliches, ichstolzes Leistungschristentum gezüchtet, das in scheinbarer Demut nichts von all dem Großen und Hohen begehrt, wozu Gott uns um Seiner selbst willen ausersehen hat.

Gleichwie Mephiboseth an den Tisch des Königs geladen wurde, um dort nicht nur einmaliger Gast zu sein, sondern um ständig dort zu essen, so dürfen auch wir uns von dem nähren, der Gottes Brot ist, von Christus! Wir dürfen Gottes Speise genießen und so innigste Gemeinschaft mit Ihm haben. Dadurch lernen wir denken mit Gottes Gedanken, fühlen mit Seinem Herzen (Phil, l, 8) und lieben mit Seiner Liebe (Römer 5, 5). Tischgenossen Gottes! Welche Höhe herrlichster Berufung!

Und wie Mephiboseth fortan nicht mehr in Lodebar, dem Land der Wüste, sondern in Jerusalem, der Friedensburg, wohnte, so sind auch wir nicht mehr Bürger und Untertanen dieses verfluchten Äons und Weltsystems (Gal. 1,4; Kol. l, 13), sondern wir sind Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes (Eph. 2, 19) und haben unser Bürgerrecht in den Himmeln (Phil. 3, 20).

Möchten wir uns dieser hohen Berufung würdig erweisen, um unsern herrlichen Rettergott dadurch zu ehren und zu verherrlichen! —

3. Mephiboseth, ein Vorbild Israels

Was Mephiboseth, das verkrüppelte Schandbild, erlebte, das ist ein kleines Vorbild dessen, was Israel bei seiner Zurechtbringung im großen erfahren wird. Der Enkel Sauls ist ein rechtes Abbild des irdischen Bundesvolkes Gottes.

Israel stellte sich gewissermaßen selber unter Gesetz, als es auf die Aufzählung der Gnadenerweise Jehovahs in 2. Mose 19, 4—6 nicht etwa ein Schuldbekenntnis und ein Bekenntnis der eigenen Unfähigkeit/ in Gottes Geboten zu wandeln, aussprach, sondern „insgesamt antwortete und sprach: Alles was Jehovah geredet hat, wollen wir tun”.

Es wurde gewissermaßen den Engeln als Ammen und Dienern übergeben (Hebr. 1,14; Apg. 7, 42), durch deren Geschäfte ja auch das Gesetz gegeben war (Apg. 7, 53). Aber diese Ammen vermochten das Volk Israel nicht zum gottgegebenen Ziel der Seligkeit zu führen, — gleichwie der fünfjährige Enkel Sauls von seiner Amme fallen gelassen und dadurch lahm wurde und den Namen Schandbild erhielt, so konnte auch das Gesetz nicht nur nichts zur Vollendung bringen (Hebr. 7, 19), sondern bewirkte sogar noch Zorn und Übertretung (Römer 4,15).

Durch seinen äußerlichen, ichstolzen Gesetzesdienst entwickelte sich Israel zum Mephiboseth, zum Schandbild! Um dieses Volkes willen, das ein Lob Gottes hätte sein sollen (Juda heißt auf deutsch Lob Gottes!), wurde Gott von den Nationen gelästert.

Aus seiner gottgegebenen Heimat, dem gelobten Lande, vertrieben, wohnte Israel in dem Lodebar der Christuslosigkeit und Gottesferne. Es kann aber unter den Nationen auf die Dauer keine Ruhestätte finden (5. Mose 28, 65), und es fürchtet sich Nacht und Tag und traut seinem Leben nicht (5. Mose 28,66).

Und doch wird Israel wieder zu Ehren kommen! Wenn schon Paulus „große Traurigkeit und unaufhörlichen Schmerz in seinem Herzen” hatte und bereit war, um seiner Brüder nach dem Fleische willen „durch einen Fluch von Christus weggeschleudert zu werden” (Römer 9, l—3), wieviel mehr wird das Herz Gottes bewegt um der zum Heil notwendigen Gerichte willen, die Israel jetzt durchläuft!

Nach tiefen und schweren Läuterungsprozessen wird Israel zu Gott umkehren, und die Decke wird ihm von den Augen weggenommen werden (2. Kor. 3, 16). Dann wird es gleich Mephiboseth erkennen, dass die Gedanken Gottes nur Gedanken des Friedens waren, um Seinem geliebten Volke Zukunft und Hoffnung zu gewähren (Jer. 29,11).

Um Jesu-Jonathans, des Gottgegebenen willen, wird Israel nicht nur Annahme (Römer 11,15), sondern Sohnschaft und Herrlichkeit (Römer 9,4) zuteil werden! Und dann wird dieses Volk, das einst ein Fluchträger war, ein wunderbarer Segensträger sein, das Licht der Nationen, das Heil Gottes bis an die Enden der Erde (Jes. 49, 6). Es wird nicht länger in der gottfernen Wüste der Verstockung weilen, sondern in dem herrlichen wiederhergestellten Jerusalem, dem Mittelpunkt oder Nabel der Erde (Hes. 38, 12), sicher wohnen. Alle verheißenen Segnungen werden sich in ungeahnter Fülle und Herrlichkeit erfüllen. Israel wird es sehen und vor Freude strahlen, sein Herz wird beben und weit werden (Jes. 60, 5), Könige werden es bedienen (Jes. 60, 10b), denn Gottes Huld hat sich seiner erbarmt (Jes. 60, l Ob).

Mephiboseth ist fürwahr ein treffliches Vorbild Israels. —

4. Mephiboseth, ein Typ satanischer Mächte

Wir sehen in Mephiboseth nicht nur ein Abbild von uns und ein Vorbild auf Israel, sondern auch einen Typus dessen, der das größte Schandbild im weiten Weltenall ist, Satans.

Wer diesen Glaubensschritt nicht mit uns gehen kann, an dem Sichtbaren das Unsichtbare, an dem Irdischen das Überirdische und an dem kleinen Abbild das große Urbild zu erkennen, der möge uns nicht tadeln. Wir glauben, darum reden wir.

Satan, der eilende, im Hinterhalt versteckte Gottesfeind, weiß, daß er Gericht und Strafe zu erwarten hat. Er, der große, finstere Thronräuber, Rebell und Empörer, hat nebst seinen Anhängern wahrlich alle Ursache, Gott zu fliehen. Dürfen wir glauben, daß die Liebe des Vaters aller Welten auch gegenüber diesen größten Feinden sich wirksam erweisen wird? Haben wir biblischen Grund, anzunehmen, daß es auch für sie Güte und Erbarmungen gibt?

Statt vieler unzweideutiger Schriftaussagen über diese wichtige Frage wollen wir nur zwei kurze Worte aus dem 145. Psalm anführen: „Jehovah ist gut gegen alle, und Seine Erbarmungen sind über alle Seine Werke” (Vers 9). „Du tust Deine Hand auf und sättigst alles Lebendige mit Huld” (Vers 16).

Gleichwie Mephiboseth um Jonathans willen Gnade und Barmherzigkeit erlangte, so wird am Ende der Äonen auch den schlimmsten Schandbildern der Schöpfung Errettung und Frieden zuteil. Gottes Eidschwüre, dass sich alle Kniee einst anbetend vor Ihm beugen und alle Zungen bekennen werden, daß sie in Ihm Gerechtigkeit und Stärke haben (Jes. 45, 23. 24), werden gewisslich in Erfüllung gehen, und wir empfinden eine heilige Scheu, durch frechen Unglauben unseren Vater zum Lügner und Meineidigen zu machen.

Mephiboseth wohnte fortan in Jerusalem und aß an des Königs Tisch. So lesen wir auch in Ps. 68, 18, daß selbst die Widerspenstigen oder Abtrünnigen bei Gott wohnen sollen, oder Gott in ihnen eine Wohnung haben will! Welch gewaltige Zusage des „Gottes der Rettungen”, bei dem „die Ausgänge vom Tode” stehen (Ps. 68,19. 20)!

Den wunderbaren Wechsel aus der Wüste der Furcht in die Gottesstadt des Friedens wird einst das gesamte All erleben. Es wird gemäß des Geheimnisses des Gotteswillens nach Eph. l, 10 in und mit Christo, dem Haupt, zu einer Einheit vereinigt oder in Ihm emporgehauptet werden. Wenn erst Gott wirklich alles in allen geworden ist, dann wird nichts und niemand mehr im ganzen weiten Weltall getrennt und ferne von Ihm sein. Dann wird erwiesen sein, daß Gott nur deshalb alles in den Unglauben oder Ungehorsam eingeschlossen hatte, um sich zu Seiner eignen Verherrlichung und zur Glückseligkeit all Seiner Geschöpfe aller zu erbarmen (oder alle zu begnadigen) (Römer 11,32).

Das Lob der durch Gericht-Gnade zurechtgebrachten Schöpfung wird viel herrlicher sein, als es die Anbetung einer Welt gewesen wäre, die nie etwas von Sünde, Finsternis, Tod und Verdammnis gewusst hätte.

So dunkel, schmerzlich und unverständlich uns jetzt auch noch vieles scheinen mag, einst kommt die Zeit, da alle Werke Gottes Ihn loben werden (Ps. 145,10)..—

Möchten wir aus der Lebensgeschichte Mephiboseths das lernen, was zu unserm Heil und Frieden und zur Anbetung und zum Lobpreis unsres herrlichen Rettergottes dient!