Gott alles in allen (1. Kor. 15, 28)

„.. auf dass Gott sei alles in allen”

1. Kor. 15,28

Autor: Karl Geyer, auszugsweise aus seinem Buch “Lebenswurzeln der Gemeinde – Band I”

Hier möchten Wir am liebsten nicht mehr schreiben, sondern auf unser Angesicht fallen und den anbeten, der als unser Herr und unser Gott würdig ist, zu nehmen die Herrlichkeit und die Ehre und, die Macht. Denn Er hat alle Dinge (das All) erschaffen, und Seines Willens wegen waren sie und sind sie erschaffen worden (Offb. 4,11).

Was Gott einst vor der Zeit der Welt in sich selbst war, nämlich alles in Einem, alle Gottesfülle in sich selbst allein habend, was Er dann dem Sohne gab, in dem nach des Vaters Willen und Wohlgefallen ebenfalls die ganze Fülle der Gottheit wohnt, was Er sodann an der Leibesgemeinde verwirklichte, die Er auch durch den Geist in die ganze Gottesfülle führte, das ist Gott nun in allen, nachdem der Sohn durch die Gemeinde das All ins Leben zeugte. Gott ist nun in Wahrheit alles in allen! Kein Wesen mehr steht außerhalb und feindlich Ihm gegenüber. Alles ist Ihm untergeordnet, selbst der Sohn der Liebe. Alles ist Ihm gleich, dem Vater der Liebe. Er ist in Wahrheit alles in allen.

Wer vermag es sich vorzustellen, was es ist, wenn wir vollkommen sind wie unser Vater im Himmel vollkommen ist? – Und wer vermag es zu erfassen, was es ist, wenn auch die gesamte Schöpfung erhoben ist zur gleichen Freiheit der Herrlichkeit, wie die Söhne  Gottes auch?

Da gibt es bei keinem Geschöpf mehr irgendein Minderwertigkeits—Bewusstsein. Alle Komplexe sind aufgelöst durch die positive Erfüllung mit aller Gottesfülle, und das alles auf dem einzigen positiven Weg der ewigen Gottesliebe!

Niemand braucht mehr einen anderen zu beneiden. Alle sind Ihm, dem Einen, gleich! Jeder hat nur Grund und Ursache, die ewige Liebe immerfort anzubeten.

Eines aber bleibt bestehen und kann nie ausgelöscht werden: Der Grund, auf dem alles steht, ist nicht das Geschöpf, sondern der Ewige selbst. Er war, ehe wir waren. Er ist kein Gewordener. Wir sind Gewordene, und zwar geworden durch die Gnade, weil die Liebe es wollte. Und diese Liebe beten wir an! Ja, Amen!