Gold, Silber, Edelsteine (1. Kor. 3, 11-13)

11 Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.12 Wenn aber jemand auf diesen Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, 13 so wird das Werk eines jeden offenbar werden; der Tag wird es zeigen, weil es durchs Feuer geoffenbart wird. Und welcher Art das Werk eines jeden ist, wird das Feuer erproben. 14 Wenn jemandes Werk, das er darauf gebaut hat, bleibt, so wird er Lohn empfangen; 15 wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden erleiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.

1. Kor. 3, 11-14

Autor: Adolf Heller, nach seinem gleichnamigen Artikel bei GuH

Gott hat seinen Geschöpfen ein tiefes Verlangen nach Schönheit und Freude ins Herz gelegt. Wenn wir es nicht in ihm und seiner Gemeinschaft stillen, so verfallen wir den irdischen Abbildern des Wesenhaften, den in Stoff und Zeit und Raum erstarrten Trugbildern. Das wird uns vielleicht klar, wenn wir zwei Zeugnisse nebeneinander stellen, die von Gold, Silber und Edelsteinen, also begehrten Schätzen dieser Welt, handeln.

Dazu schlagen wir Offb. 18, 11. 12 a auf: „Die Kaufleute der Erde weinen und trauern über sie (d. i. über Babel), weil niemand mehr ihre Ware (eigentlich Schiffsladungen), kauft, Ware von Gold, Silber und Edelgestein.”

Gold ist ein Sinnbild des Glaubens, Silber ein Symbol der Erlösung und Edelgestein ein Hinweis auf Herrlichkeit. Biblische Belege für die Bedeutung von Gold und Silber sind uns allen wohl hinreichend bekannt. Vielleicht dürfen wir aber noch ein Schriftwort anführen, das uns bezüglich der Edelsteine ein wegweisendes Wort sagt. In Offb. 21, 10. 11 steht geschrieben: „Er (d. i. ein Engel) führte mich im Geiste hinweg auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt, Jerusalem, herniederkommend aus dem Himmel von Gott; und sie hatte die Herrlichkeit Gottes. Ihr Lichtglanz war gleich einem sehr kostbaren Edelstein.” Die Herrlichkeit und der Lichtglanz des aus dem Himmel herniederkommenden neuen Jerusalem werden mit einem Edelstein verglichen. Gold, Silber und Edelstein schatten also Glaube, Erlösung und Herrlichkeit ab. Selbst der schlichteste und ärmste Gläubige vermag auf den ihm aus Gnaden geschenkten Christusgrund seines Heiles durch ein Leben der Treue und Hingabe Gold, Silber und Edelstein zu bauen. Wo diese wesenhaften Himmelsschätze und Gottesreichtümer nicht sind, da brennt ein heißes Verlangen im Menschenherzen, das durch nichts Irdisches gestillt werden kann. Darum bietet Satan der gefallenen Schöpfung die stoffliche Verzerrung und Entartung dessen an, was uns Gott jetzt im Geist und einst in wesenhafter Vollendung geben will.

Gold, Silber und Edelgestein nehmen nicht viel Raum ein. Holz, Gras und Stroh sind von viel größerem Umfang und weithin sichtbar. Dafür sind sie aber auch ziemlich wertlos und verbrennen rasch, während die edeln Stoffe viel wertvoller sind und vom Feuer nicht verzehrt, sondern höchstens geläutert werden. Auch das ist dem Glauben von tiefer Bedeutung!

Babylon wird einmal das alles beherrschende Weltzentrum der Endzeit werden. Es wird sich verherrlichen und von Hurerei und Üppigkeit erfüllt sein, mit dem es die Könige der Erde verführt (Offb. 13, 7. 9). Die Kaufleute der ganzen Welt werden Schiffsladungen oder Frachten (wörtlich: Vollgestopftes!) aller irdischen Güter erhalten, die das Menschenleben angenehm zu machen und die göttliche Sehnsucht nach Ewigkeitsfreuden zu verdrängen suchen.

Von den 29 Stücken der Schiffsfrachten (die beiden zuletzt genannten sind bezeichnender weise Menschenleiber und Menschenseelen!) lauten die ersten drei: Gold, Silber und Edelsteine. Es ist typisch für die nahe, wer weiß, wie bald hereinbrechende Endzeit, dass es fast alle der hier genannten Dinge mit Genuss und Schmuck zu tun haben. Äußere Fracht und Wollust suchen die Sehnsucht der Menschen nach göttlicher Glaubenstreue, Erlösung und Herrlichkeit zu befriedigen, indem sie sie umschalten ins Irdische, ins Fleisch, in die Sünde.

— Der Herr schenke es uns, dass wir uns von allem Babylonswesen der Dämonie des Geldes und des Machtrausches des Besitzes und Wohllebens lösen lassen und das wesenhafte Gold und Silber und die göttlichen Edelsteine schenken lassen, um sie auf den Christusgrund unsres Heiles zu bauen! Dann wird unsre Lebensfrucht nicht verbrennen (1. Kor. 3, 13 b. 15; Offb. 18, 8. 9. 16—19), sondern wir werden bleibenden Lohn empfangen (1. Kor. 3, 14) und göttlichen Lobes teilhaftig werden (1. Kor. 4, 5).