Die Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge (Apg. 3, 21)

„… welchen (Jesus Christus) freilich der Himmel aufnehmen muss bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, von welchen Gott von jeher geredet hat durch den Mund Seiner Propheten” .  

Apg. 3,21

„Denn Gott hat alle zusammen in den Unglauben eingeschlossen, auf dass Er alle begnadige” .

Röm. 11,32

„Denn das Gericht wird ohne Barmherzigkeit sein gegen den, der nicht Barmherzigkeit geübt hat. Die Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht.” „Er wird ein geknicktes Rohr nicht zerbrechen und einen glimmenden Docht nicht auslöschen, bis dass Er das Gericht hi-nausführe zum Sieg”.

Matth. 12,20.21

Gott hat von jeher davon geredet, dass Er alle Dinge wiederherstellen will. Das All ist ja nicht nur aus Ihm, sondern auch zu Ihm hin geschaffen. Alle Dinge sind von vornherein daraufhin angelegt, wieder zu Ihm zurückzukehren. Und das, was gewesen ist, ist das, was wieder sein wird .

Pred. 1,9.10

Autor: Karl Geyer, auszugsweise aus seinem Buch Lebenswurzeln der Gemeinde, Band I.

Das Ende kehrt zum Anfang zurück. Alles wird wieder an den richtigen Platz gestellt. Nur steht dann alles nicht mehr in _der Anlage, sondern in der Erfüllung. Und diese Fülle wird erreicht durch zwei Mittel: Gnade und Gericht. Wie wir an Israel Sehe  erreicht die Auswahl ihr Ziel durch die Gnade, die Masse aber Wird errettet durch Gericht, weshalb auch das Volk als Ganzes den Herrn erwartet auf dem Pfad Seiner Gerichte. Auf diese Weise, durch Gnade und durch Gericht, wird ganz Israel gerettet werden.

Die Errettung Israels aber ist Unterpfand für die Errettung aller. Ausdrücklich bezeugt der Heilige Geist durch den Mund des Paulus in Rom. 11,16: „Wenn aber der Erstling heilig ist, so auch die Masse!” Israel ist der Erstling Gottes aus der Nationenwelt dieser Erde (2, Mose 4,2223), so wie die Leibesgemeinde der Erstling ist, der den Geist trägt. Wenn daher das Tausendjahrreich, in dem Israel die Führung der Nationen hat, vorüber ist, und wenn die Nationenwelt im Feuergericht vernichtet ist, schafft Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde. Wie lange diese Schöpfung dauert, wissen wir nicht. Wir wissen aber, dass viele Geschöpfe äonenlang im Feuersee bleiben müssen. Über die Dauer dieser Gerichte ist uns weiter nichts gesagt, als dass sie von Äon zu Äon dauern, also mindestens von einem Äon zum andern. So wird gerade von der Sünde, die nicht vergeben wird, sondern abgebüßt werden muss, von der Lästerung des Geistes, gesagt, dass sie weder in diesem Äon vergeben wird noch in dem kommenden (Matth. 12,32). Da steht das Wort Äon in der Einzahl. Dagegen wird von der Gnade gesagt, dass Gott sie in den kommenden Äonen (Mehrzahl!) in Güte über uns ausgießen will (Eph. 2,7). Die Gnade ist eben überschwänglicher als die Sünde. Dass es im Gericht Unterschiede gibt, zeigt allein schon das Wort des Herrn: „Es wird Sodom an jenem Tag erträglicher ergehen als jener Stadt” (Matth. 10,15, 11,24; Luk. 10,12). Da aber Sodom und- Gomorra als Beispiel des Gerichts vorliegen, indem sie des äonischen Feuers Pein leiden (]ud. 7), aber nach Hes. 16,44-63 wieder he- rauskommen aus dem Gericht, gerechtfertigt werden, getröstet werden, in ihren früheren Stand und in ihr Erbe wieder eingesetzt werden, sehen wir, dass es eine Wiederherstellung aus des ewigen (besser: äonischen) Feuers Pein gibt.

Das All ist ja zu Ihm hin geschaffen, und Er ist der Wiederbringer aus Toten und der Wiederhersteller aller Dinge, der vom Äon an von dieser Wiederherstellung geredet hat. Sie ist Sein Ziel mit allem! Und davon kann Ihn nichts und niemand abbringen. „Was Er sich vorgenommen und was Er haben will, das muss doch endlich kommen. zu Seinem Zweck und Ziel!“

Wenn ganz Israel gerettet wird als Erstling, und wenn Sodom und Gomorra aus des äonischen Feuers Pein entlassen und wiederhergestellt werden, dann verstehen wir auch, dass die anderen Nationen, die durch die Verdammnis gehen mussten, wiederhergestellt werden, und zwar als Nationen. Denn auf der neuen Erde, wenn das himmlische Jerusalem herniedergekommen ist, bringen die Könige der Erde ihre Herrlichkeit in die Gottesstadt (Offb. 21,24), und die Nationen bringen ihre Ehre und ihre Herrlichkeit zu ihr (Offb. 21,26).

Keinerlei Verdammung wird mehr sein und keinerlei Fluch (Offb. 22,3). Aber die Wiederherstellung wird Zeiten dauern. Die aus dem Verdammungsgericht Entlassenen sind noch nicht gleich fähig, in die Gegenwart Gottes zu treten. Was sie auf Erden versäumten, müssen sie nun nachholen. Sie können weder das volle Licht der Gegenwart Gottes in der Stadt ertragen, noch vermögen sie die Kraftnahrung des Baumes des Lebens zu genießen. Sie erhalten daher auch nur die Blätter des Baumes des Lebens, die zur Heilung der Nationen dienen (Offb. 22,2).

Dieser Heilungsprozess führt aber dahin, dass zuletzt die gesamte Schöpfung freigemacht wird von der Knechtschaft des Verderbnisses und erhoben wird zu der Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes.

Das Ende der Offenbarung Jesu Christi, des letzten Bibelbuches, führt uns bis zu dem Punkt, da die neue Erde und der neue Himmel da sind und die Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge zu laufen beginnen. Das volle Ziel und Ende, wie es Gott u.a. durch Paulus in 1. Kor. 15,28 oder Eph. 3,9-11 aufzeigt, wird in der Offenbarung nicht mehr dargestellt. Denn Paulus durfte das sagen, was keinem anderen geoffenbart wurde. Ihm waren die Endziele der Äonen   erschlossen (1. Kor. 10,11 Grundtext). Und diese Offenbarungen waren notwendig, um die Leibesgemeinde zu vollenden für die kosmischen Ziele und Aufgaben, die Gott diesem Erstling des Geistes stellte. Dafür aber beten wir Ihn an, jetzt und immerdar!