Das Endziel unserer Hoffnung: „Der Tod wird nicht mehr sein“ (Offb. 21,4)

3 Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen; und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. 4 Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er sprach zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!

Offb. 21, 3-5

Autor: Karl Layer, aus GuH

Einleitung: Unter den vielen Reaktionen auf die Tsunami-Katastrophe im Jahr 2004 ist ein Satz dabei, der aufhorchen lässt. Er kommt aus dem Mund des katholischen Kardinals Lehmann: „Auch die Allversöhnung hat keine Antwort auf dieses Geschehen.“ – Man kann schon fragen, wieso er mit diesem schrecklichen Geschehen das Thema der Allversöhnung verbindet. Ist es ein Eingeständnis der Ratlosigkeit?

 Ich will nicht verschweigen, dass es bei unserem Thema um die Frage der Allversöhnung geht, auch wenn dies vordergründig nicht der Fall zu sein scheint. Zugespitzt könnte man entsprechend unserem Thema fragen: Bedeutet es Allversöhnung, wenn der Tod nicht mehr sein wird? – Ich habe fünf Fragestellungen:  

  1. Was ist der Tod? 
  2. Wer hat die Macht des Todes?
  3. Was ist der zweite Tod? 
  4. Wie geschieht die Überwindung des Todes? 
  5. Was ist die Zielsetzung der Todesüberwindung? 

1. Was ist der Tod?

Würden wir eine allgemeine Umfrage durchführen (wie dies ja heute bei vielen Themen der Fall ist). käme sicher bei vielen Befragten die  Antwort: „Mit dem Tod ist alles aus.“ 

Selbstverständlich ist dies für uns keine Antwort. Sie ist total falsch undl für viele nur eine unbegründete Schutzbehauptung. Wir fragen das Bibellexikon von Rienecker. Dieses spricht von einer doppelten Bedeutung: 

a. ) „der am Abschluss des Menschenlebens eintretende Zustand“  
b. )„eine fast personhaft beschriebene Macht, die diesen Zustand  herbeiführt“. 

(Siehe die Darstellung des Todes als Sensenmann oder hohles Gerippe in vielen Bildern.) Diese Lexikoninformation erfordert natürlich eine weitere Erklärung! Wir müssen dabei eine wichtige Unterscheidung vornahmen: leiblicher Tod und geistlicher Tod.

1.1 Leiblicher Tod = Akt des Sterbens  = Trennung von Geistseele und Leib  

Das bedeutet kein Aufhören unserer Existenz. Die Bibel spricht an vielen Stellen wie selbstverständlich von einem Weiterleben. Das ist für jemand, der die Bibel ernst nimmt, gar keine Zweifelsfrage! Wir hören einmal auf die Bibelstelle, die darauf ein entscheidendes Licht wirft, auf 1. Mose 2,17: „An dem Tag, da du von ihm (dem Baum der Erkenntnis) isst, wirst du des Todes sterben.“ Man könnte auch übersetzen:  wirst du gewisslich ein Sterben sterben“. Satan hat ja dieses Gotteswort sofort in  Frage gestellt: „Ihr werdet keineswegs des Todes sterben“ (1. Mose 3,4). Hatte aber Satan mit seiner raffinierten Verfülırungseinfädelung nicht doch recht? Adam und Eva „lebten“ doch nach dem Sündenfall weiter! Die Antwort darauf liegt in der Unterscheidung zwischen leiblichem und geistlichem Tod. 

 Durch den Sündenfall ist ein Sterbensprozess eingetreten: Alle Menschen wurden davon betroffen, die Erde bekam den Todesfluch, die Schöpfung wurde der Vergänglichkeit unterworfen, der ganze Kosmos in ein

Todesgefängnis gebracht, kurz: Alles Sichtbare stirbt seitdem ein Sterben! – Dies wird durch die biologische Forschung bestätigt. Jeder Mensch erfährt von Geburt an sofort ein Absterben von Zellen. Was wir Wachstum nennen, ist lediglich die am Anfang noch vorhandene Überzahl der Aufbauzellen gegenüber den Abbauzellen.

Der Alterungsprozess, der Verfall der Lebenskraft bestätigt dieses „ein Sterben sterben“. 

 Welchen Tod ist also Adam gestorben, nachdem er das auf den Tod hin angelegte Leben weitergelebt hat?  

1.2. Geistlicher Tod = die Existenz in der Trennung von Gott 

 Dieser Tod ist bei Adam und Eva sofort eingetreten: der Verlust der Gottesgemeinschaft. Die Bibel zeigt dies mit dem Hinweis: „Sie wurden gewahr, dass sie nackt waren“ und mit der Austreibung aus dem Garten Eden.   Billy Graham sprach einmal davon, „dass das Lichtkleid von Adam und Eva abgefallen sei“ – ein Gedanke, der so nicht in der Bibel steht, aber durchaus eine biblische Berechtigung hat. Man denke an den Umgang des Mose mit Gott, der zur Folge hatte, dass sein Angesicht glänzte!  

Ohne Gottesbeziehung ist der Mensch „tot in Sünden“ (Eph. 2,1).  Der verlorene Sohn war „tot“ und ist nur durch die Heimkehr zum Vater „wieder lebendig“ geworden.  

Der geistliche Tod wird nur durch eine Heimkehr zu Gott aufgehoben. In Joh. 5,24 bestätigt dies Jesus mit den Worten: „Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der… ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.“ Oder Joh. 8,51: „Wer mein Wort hält, der wird den Tod nicht sehen in Ewigkeit.“ Das heißt nicht, dass er nicht „leiblich“ sterben wird, sondern dass er den „geistlichen Tod“ bereits hinter sich hat.   Wie können wir da den Johannes verstehen, wenn er in seinem l. Brief über diese Tatsache ins Staunen gerät und wie ein Herold ausruft: „Das Leben ist erschienenl“ 

2. Wer hat die Macht des Todes?

Wir gehen aus von Hebr. 2,14: „…damit Er (Jesus) durch Seinen Tod die Macht nähme dem, der des Todes Gewalt hatte, nämlich dem Teufel“. 

2.1 Macht des Todes – was heißt das? Es heißt nicht „Macht über den Tod“, sondern „des Todes“. Das hilft uns zum rechten Verständnis. Der Teufel übt seine Gewalt so aus, dass er den Tod als Instrument seiner Herrschaft benützt = Gewaltausübung durch Töten. Er stürzt den Menschen in den leiblichen und geistlichen Tod. Wir müssen sterben und werden unter die Sünde, in die Gottesferne versklavt; denn „der Tod ist der Sünde Sold“ (Röm. 6,23). Natürlich kann dies Satan nur unter der übergeordneten Regie Gottes! Man kann durchaus die ganze Schöpfung – bei allem Schönen und Lebendigen – als einen großen Friedhof ansehen.  

2.2 Satan, der Teufel, ein Mörder von Anfang an. – In Joh. 8,44 hören wir dieses Urteil aus dem Mund Jesu. Satan bedient sich des Todes in unersättlicher Mordlust. Das „Umbringen“ ist doch seit Kain an der Tagesordnung! Auch in der Schöpfung herrscht das Prinzip „Fressen und gefressen werden“.  

Der Amoklauf in Winnenden, der uns bis heute fassungslos macht, lässt sich vielleicht annähend erklären, wenn wir eine satanische Fremdsteuerung einbeziehen. Dadurch wird das schreckliche Handeln des Menschen nicht entschuldigt- aber vielleicht ein bisschen erklärt. 

Der Gipfel satanischer Verführung tut sich kund, wenn das „Umbringen“ religiös motiviert wird. Siehe den Terror in unseren Tagen! Nicht umsonst bezeichnet die Bibel den jetzigen Zeitlauf als „bösen Äon“ (Gal. 1,4), weil immer noch „der Böse“ seine Herrschaft ausübt.  

3. Was ist der zweite Tod?

3.1 Dieser Ausdruck findet sich nur in der Offenbarung. – Offb. 2,11:  „Dem Uberwinder wird kein Leid geschehen vom 2. Tod.“ In Offb. 20,6 und 20,10 wird er einfach als Tatsache genannt. Gibt es aber auch sonst in der Bibel einen Hinweis auf den 2. Tod? Ja! Wir hören aus dem Mund Jesu in Matth. 25,41: „Dann wird Er sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln.“ Mit dem „ewigen Feuer“ ist gewiss der 2. Tod gemeint. 

3.2 Der Feuersee – wörtlich „See des Feuers“ (Offb. 20,l4.l5). Tod und Hades (Totenreich) werden in den Feuersee geworfen. Dieser Ausdruck ist auf jeden Fall mit dem 2. Tod gleichzusetzen.  

Aber was heißt das: „in den Feuersee geworfen werden“ = den 2. Tod erfahren müssen?   Jesus spricht einmal von einer Auferstehung der Gerechten und der Ungerechten (Joh. 5,28 .29). Paulus meint der Sache nach vor Felix und Drusilla in Apg. 24,25 dasselbe, wenn er vom „zukünftigen Gericht“ spricht. Die Antwort lautet: Alle in den Totenaufenthaltsräumen noch verbliebenen Geistseelen (die Ungerechten) kommen mit Satan und seinem Dämonenheer beim letzten Gericht in den Feuersee = sie erfahren den 2. Tod.  

Es gibt also kein Verschwinden, Verlöschen oder Verstecken! Das  ist die große Täuschung aller „Mit dem Tod ist alles aus“ – Vertreter!  Aber was soll das alles im Feuersee? Ist dies dann doch ein endgültiges Auslöschen? Deshalb die Frage:  

3.3 Wozu dient der 2. Tod? Was ist sein Sinn oder worin liegt seine Bedeutung? Endlose Qual? (Vgl. Offb. 19,3: “Ihr Rauch steigt auf in alle  Ewigkeit”.) Bedeutet dies wirklich endlose Qual, zwecklose Pein?  

Zur Untermauerung dieser Fragen zitiere ich noch Judas 7: „So sind  auch Sodom und Gomorra und die umliegenden Städte, die gleicherweise  wie sie Unzucht getrieben haben und anderem Fleisch nachgegangen  sind, zum Beispiel gesetzt und leiden die Pein des ewigen Feuers.“ 2.  Petr. 2,6 bringt eine Parallelaussage. Scharfer kann man kaum einen Gerichtsvollzug ankündigen! Aber ist dies das letzte Wort über Sodom und Gomorra? 

Bereits imA1ten Testament finden wir bei Hesekiel einen prophetischen  Hinweis in Kapitel 16,55: „Ich will das Geschick Sodoms wenden.“  Auch Jesus deutet an, dass im letzten Gericht etwas „geschehen“ wird, wenn Er über Kapernaum ausruft: „Es wird dem Land der Sodomer erträglicher ergehen arrı Tag des Gerichts als dir“ (Matth. 11,24). Wir können daraus schließen, dass es im letzten Gericht eine unterschiedliche Beurteilung geben wird und dass im Falle Sodoms eine „Wendung seines Geschicks“ kommen wird. Dafür sorgt das göttliche „Ich will“, das so viel wie „Ich werde“ bedeutet. 

 Wir schließen weiter daraus, dass auch der 2. Tod auf Züchtigung und Besserung hin angelegt ist. Ernst Ferdinand Ströter schrieb seinerzeit:  „1n der Pädagogik Gottes hat der Tod erzieherische und richterliche Dienste.“ Das wirft ein besonderes Licht auf den plötzlichen Tod von Ananias und Saphira (Apg. 5,1-11). Ebenso auf die Aussagen des Paulus  in 1. Kor. 55 und 1. Tim. 1,20, wo er „Menschen dem Satan übergibt   zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde amı Tag des Herrn“. Wir halten fest, dass auch der 2. Tod zurechtbringende Bedeutung hat. – Wer ist aber mit dem „letzten Feind“, von dem Paulus in 1. Kor.  15,26 spricht, gemeint? 

3.4 Der letzte Feind. „Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod.“ Dazu gehört gewiss auch der 2. Tod!

Die Bezeichnung auch des 2. Todes als „letzter Feind“ hat eine Beziehung zum Machthaber des Todes, dem Teufel. Wenn der letzte Feind aufgehoben (vernichtet, unwirksam gemacht) sein wird, ist auch die Todesherrschaft des Teufels aufgehoben. Es erfüllt sich das Wort, das Johannes in 1. Joh. 3,8 bezeugt: „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass Er die Werke des Teufels zerstöre.“  

Hören wir noch einmal auf Ströter: „Kann es eine Macht des Todes geben, gegen die der Fürst des Lebens machtlos wäre?“ Niemals! Paulus antwortet in 2. Tim. 1,10: „Jesus hat dem Tode die Macht genommen.“   Das führt uns zu der Frage in Punkt 4:  

4. Wie geschieht die Überwindung des Todes?

Todesüberwindung ist die Zielsetzung des gesamten Heilsplanes Gottes. 

4.1 Sie beginnt mit der Ankündigung im Garten Eden in 1. Mose  3,15: „Der Weibessame wird dem Schlangensamen den Kopf zertreten  Dem durch den Sündenfall eingetretenen Beginn der Unheilsgeschichte  begegnet Gott sofort mit dem Beginn Seiner Heilsgeschichte.  Todesüberwindung muss bedeuten, dass auch die Todesursache, die Sünde als Trennung von Gott, überwunden wird. So hat von Anfang an der Kampf gegen die Sünde mit all ihren Auswirkungen eingesetzt (siehe Gottesordnungen, Gesetzgebung mit den 10 Geboten, Sühne- und Opfervorschriften usw.). Alles immer mit dem Ziel der Heimholung des  Menschen, d.h. der Aufheung der Trennung von Gott. So kehrt der verlorene Sohn heim und dringt dadurch vom Tod zum Leben hindurch (Luk. 15,11-32). Das Entscheidende ist aber durch das Kommen und Wirken Jesu Christi geschehen. 

4.2 Das zentrale Geschehen durch Jesus Christus. Hier will ich das vollbrachte Erlösungswerk Christi mit dem Hinweis auf zwei Vorgänge bündeln:  

a.) Sein Kreuzestod bedeutet: Er hat die Sünde weggenommen und damit die Todesursache aufgehoben. Dazu drei Zentralaussagen: 2. Kor.  5,19: „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selbst.“ –  Kol. 1,20: „Gott hat durch Ihn (Jesus Christus) das All versöhnt, es sei auf Erden oder im Himmel, indem Er Frieden machte durch Sein Blut am Kreuz.“ ~ 1. Joh. 2,2: „Und Er (Jesus Christus) ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.“ 

 Damit ist auch die Entmachtung dessen eingeleitet, der die Gewalt des Todes hat; denn wo die Sünde als Todesursache beseitigt ist, ist auch das Tötungsrecht Satans aufgehoben!  

b.) Seine Auferstehung aus dem Tod bedeutet: Die Todesüberwindung ist eingeleitet; denn zur Überwindung des Todes gehört die Leibesauferstehung. „Jesus ist auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind“ (1. Kor. 15,20). Der folgende Vers 22  sagt: „Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle  lebendig gemacht werden _“ Umfassender kann man es nicht mehr sagen! Dies betrifft die Gerechten und Ungerechten, die letzte Auferstehung und sogar den letzten Feind. Erst wenn der letzte Feind aufgehoben sein wird, ist der Tod verschlungen in den Sieg (1. Kor. 15,54.55).  

4.3 Die Beseitigung des letzten Feindes. Die Entmachtung, die mit dem Kreuzestod Jesu geschehen ist, bedeutet noch nicht seine Beseitigung. Das sehen wir immer noch jeden Tag. Dies bestätigt auch Hebr. 2,3: „Jetzt aber sehen wir noch nicht, dass Ihm alles untertan ist.“ Die Beseitigung des letzten Feindes geschieht im 2. Tod. Hier, d.h. Im Feuersee, werden Tod und Hades und der Machthaber des Todes „getötet“ = unwirksam gemacht.  

Pfarrer Otto Riethmüller hat ein Kapitel seiner Auslegung des Kreuzesgeschehens überschrieben mit dem kurzen Satz: „Des Todes Tod.“ Dies ist eine eindrucksvoll treffende Formulierung. Offb. 20,14 sagt es so: „Der Tod und sein Reich (der Hades) wurden in den Feuersee geworfen. Dies ist der zweite Tod, der Feuersee.“   Was heißt aber dieses „Getötet-Werden“ im Feuersee? Hierzu untersuchen wir den Begriff katargein in 1. Kor. 15,26. Er wird verschieden übersetzt mit „vernichten, zunichtemachen, unterwerfen, der Macht entheben, abschaffen, unwirksam machen“. Die Parallelstellen dazu sind Jes. 25,8 mit dem Ausdruck „versch1ingen“, was ein schnelles Verzehren, ein wunderliches Verschwindenlassen, ein Beseitigen und Überwältigen meint, und Hosea 13,14, wo es heißt: „Tod, ich will dir ein Gift sein

Mit dem griechischen Begriff katargein wird ein endgültiges Aufhören zum Ausdruck gebracht. Das bedeutet aber nicht ein totales Auslöschen, sondern ein Hineinführen in Offb. 21 ,4: „Siehe, ich mache alles neul“ Die Antwort auf die Frage, was dieses „Getötet-Werden“ meint, liegt somit vom Textbefund her in der Bedeutung und Zielsetzung des Feuersees: er hat zurechtbringenden Sinn! 

5. Was ist die Zielsetzung der Todes Überwindung?

Jetzt ist das Ziel des Heilsplanes Gottes erreicht: die Heirnholung der ganzen Schöpfung.  
5.1 Der Tod ist nicht mehr. Dies bezeugen Offb. 21,4 und 1. Kor.  15,26. Damit ist auch der Machthaber des Todes nicht mehr wirksam; denn auch der 2. Tod ist „getötet“.  
5.2 Jetzt ist der Weg frei zum Bekennen aller Zungen: „Herr ist Jesus Christus“ zur Ehre Gottes, des Vaters“ (Phil. 2,10.1l). Ist dies ein zähneknirschendes Beugen und Bekennen? Ein Unterwerfen, weil es  nicht anders geht? Dies wäre nicht zur Ehre Gottes. Das Bekennen ist „ein freiwilliges Aus-sich-heraus-Bekennen“, wie es der Wortsinn sagt. 

Jetzt ist das Ziel erreicht, dass Gott alles in allem ist (1. Kor. 15,28). „Denn von Ihm und durch Ihn und zu Ihm sind alle Dinge“ (Röm. 11,36). Schluss: Dies bedeutet die Auflösung aller Dissonanzen in Harmonie. Siehe Mozart-Anekdote: Der Vater löst noch in der Nacht die Dissonanz, mit der der junge Mozart sein lmprovisationsspiel beendete. Siehe  Gedicht von Karl-Heinz Waggerl. Er hat dieses Gedicht der Taubnessel gewidmet. Es lautet:  

Am Straßenrand, bedeckt mit Staub
Blüht eine Nessel, die ist taub
Sie blüht bei Sonnenschein und Frost
Mühselig, aber doch getrost
Dereinstk, am Tage des Gerichts
(sie hört von den Posaunen nichts)
Wird Gott ihr einen Boten schicken
Der wird die taube Nessel pflücken
Und in den siebten Himmel bringen
Dort hört sie auch die Engel singen

Dies ist sicher nicht ironisch gemeint, sondern öffnet uns in der Sprache des Dichters den Blick auf die Zurechtbringung der ganzen gefallenen Schöfpung. Was wird das sein, wenn sogar die taube Nessel „hört“!

Dieser Zielblick kann und soll uns im Gewoge und Gewirre unserer Zeit entlasten und zum Diensteinsatz für Gottes Sache befähigen. Und der führt uns zur Anbetung des großen Rettergottes! Wohl dem der jetzt schon in das große Halleluja einstimmen lernt, das in der Vollendung erklingen wird!