Alles brachte David zurück (1. Sam. 30, 19)

18 So rettete David alles, was die Amalekiter genommen hatten; und seine beiden Frauen rettete David auch. 19 Und es fehlte ihnen nichts, vom Kleinsten bis zum Größten, weder Söhne noch Töchter noch von der Beute irgend etwas, das sie ihnen weggenommen hatten: David brachte alles zurück.

1. Sam. 30, 18-19

Autor: Adolf Heller, auszugsweise aus seinem Artikel “Vorbilder der Wiederbringung” bei GuH

Auch David war in vielfacher Beziehung ein Christusdarsteller. Man betrachte daraufhin nur einmal seine Psalmen! Auch er schattet die Wiederbringung vor. Lesen wir das 30. Kapitel des 1. Buches Samuel! Die Amalekiter „hatten die Weiber und alle, die darin (d. i. in Ziklag) waren, gefangen weggeführt vom Kleinsten bis zum Größten; sie hatten niemand getötet, sondern sie hatten sie weggetrieben und waren ihres Weges gezogen. Und David und seine Männer kamen zu der Stadt; und siehe, sie war mit Feuer verbrannt und ihre Weiber und ihre Söhne und ihre Töchter waren gefangen weggeführt.. . Und auch die beiden Weiber Davids waren gefangen weggeführt, Achinoam, die Jesreelitin, und Abigail, das Weib Nabais, des Karmeliters. Und David war in großer Bedrängnis, denn das Volk sprach davon, ihn zu steinigen; denn die Seele des ganzen Volkes war erbittert, ein jeder um seine Söhne und um seine Töchter. Aber David stärkte sich in dem Herrn, seinem Gott.” (Vers 2-6.)

David befragte nun den Herrn, ob er dem Feind nachjagen solle. Darauf bekam er die Zusicherung Gottes: „Jage nach,, du wirst sie gewisslich erreichen und wirst gewisslich erretten” (Vers 8). Nicht seinem seelischen Schmerz noch dem Bewusstsein seiner kriegerischen Tüchtigkeit gibt sich David hin. Er befragt den Herrn. Und auf dessen klare Weisung und Verheißung hin begibt er sich, seines Sieges völlig gewiss, an die Verfolgung der Feinde.

So steht auch von Christus geschrieben, dass Er die Rettungsgedanken Gottes ausführen wird. Beide, der Herr und Sein Vorbild David, bekamen göttliche Heilsaufträge zur Befreiung Gefangener aus den Banden des Feindes. „Hierzu ist der Sohn Gottes geoffenbart worden, dass Er die Werke des Teufels löse (oder wieder gutmache).” (1. Joh. 3, 8b.)

Am Bach Besor ließ David 200 Mann zurück und jagte mit den restlichen 400 seinen Feinden nach. Ein ermatteter Ägypter, der Knecht eines Amalekiter s, der zurückgeblieben war, führte ihn auf die Spur der Gegner. Diese waren „über die Fläche des ganzen Landes zerstreut, essend und trinkend und tanzend wegen all der großen Beute, die sie aus dem Lande der Philister und aus dem Lande Juda genommen hatten” (Vers 16).

David griff sie an und besiegte sie vollständig. Die Schlacht dauerte von der Dämmerung bis zum Abend des folgenden Tages. „Und David rettete alles, was die Amalekiter genommen hatten, und David rettete auch seine beiden Weiber. Und es fehlte ihnen nichts vom Kleinsten bis zum Größten und bis zu den Söhnen und den Töchtern und von der Beute bis zu allem, was sie ihnen genommen hatten; alles brachte David zurück. Und David nahm alles Kleinvieh und Rindvieh; sie trieben es vor dem ändern Vieh her und sprachen: Dies ist die Beute Davids!” (Vers 18-20). Dreimal wird darauf hingewiesen, dass David alles zurückbrachte und nichts verloren blieb: „David rettete alles”, „es fehlte ihnen nichts”, „alles brachte David zurück”.

So wird auch „der Spross Davids”, Christus, dereinst in Seinem gesamten Herrschaftsgebiet, nämlich im ganzen weiten Weltenall, restlos alles zurückbringen, so dass nichts fehlen wird. Viele köstliche Vorbilder bezeugen diese Wahrheit, die überall in der Schrift, dem Auge des Glaubens deutlich erkennbar, niederlegt sind.

„David wurde immerfort stärker, während das Haus Sauls immerfort schwächer wurde”

Der Kampf zwischen Saul und David ist von vorbildlicher Bedeutung. Während David ein Christusdarsteller ist – man denke nur daran, dass viele Verheißungen, die scheinbar nur David gegeben sind, in Christus ihre Erfüllung finden! -, ist Saul ein Abbild des Feindes. David heißt ja auf deutsch der Geliebte, Saul dagegen der Begehrer, Zwischen beiden entbrannte ein langer, erbitterter Kampf. Wir wollen nicht davon reden, wie die Gegner in verschiedenartiger Gesinnung und mit ganz entgegengesetzten Mitteln stritten. Nur die große Linie des Verlaufs wollen wir nachlesen, wie sie in 2. Sam. 3, l mit den knappen Worten aufgezeichnet ist: „Der Streit war lang zwischen dem Hause Sauls und dem Hause Davids; David aber wurde immerfort stärker, während das Haus Sauls immerfort schwächer wurde.”

Abner (zu deutsch: Vater des Lichts) wünscht und erstrebt, dass David eine volle Herrschaft ausübe. Das fasst er in die wunderbaren Worte zusammen: „ … dass du über alles regierst, was deine Seele begehrt!” (Vers 21). Haben wir hier nicht ein köstliches Abbild der Tatsache, dass der Vater des Lichts Seinem Christus alles unter die Füße gestellt hat und Er herrschen muss, bis Er Gottes ganzes Wohlgefallen aus- und durchgeführt hat? Lesen wir doch in Jes. 53, 10, dass das Wohlgefallen des Herrn in Seiner Hand ans Ziel gebracht wird. Dazu kommt eine ganze Reihe unverhüllter, klarer Schriftaussagen aus dem paulinischen Briefgut, die uns noch höhere und herrlichere Gottesabsichten enthüllen. Welchen Ausgang nahm nun der Streit zwischen David und Saul, der ein Abbild des Kampfes zwischen Christus und Satan ist? 1. Chron. 10 gibt uns die Antwort. Die Philister töteten Jonathan, Abinadab und Malkischua, die Söhne Sauls. Diese Schmach vermochte Saul nicht zu überleben und stürzte sich in sein eigenes Schwert.

Wir wollen in diesem Zusammenhang andeuten, dass sich hier große göttliche Gesetze offenbaren. Denn der Herr fängt Seine Feinde durch deren eigene List, besiegt sie durch ihre eigenen Waffen. Nicht David und seine Getreuen töteten die Söhne Sauls, sondern die Philister. Nicht David nahm Saul das Leben, obwohl er oft dazu Gelegenheit hatte, nein, Saul brachte sich selber um. Der 6. Vers berichtet klar und erschöpfend: „So starben Saul und seine drei Söhne; und sein ganzes Haus starb zugleich.” Wir wissen, dass aus dem Geschlecht Sauls, des Todfeindes Davids, zuletzt nur noch ein einziger Mann übrigblieb: Mephiboseth, zu deutsch: Schandbild oder Schandmaul. Ihn ließ David holen, nicht um sich an ihm zu rächen, sondern um Gnade und Güte an ihm zu erweisen und ihn als Freund und Tischgenossen in den Besitz und Genuss aller früheren Güter seines Vaters wieder einzusetzen.

Hier sehen wir die Art und Weise, wie der Herr Seinen letzten Feind überwinden wird. Wenn schon David, ein irrender, sündiger Mensch, seine Feinde so zu lieben vermochte und sie durch Gnade und Güte beschämte und überwand, – wie viel mehr wird der Vater der Treue und Barmherzigkeit, der sich die Liebe nennt, an allen Wesen und Welten das Pauluswort wahr werden lassen, das wir in Römer 2, 4 lesen: „Weißt du nicht, dass die Güte Gottes dich zur Buße leitet?”