Alle Wesen huldigen dem Herrn! (Jes. 45, 22-24)

„Ich habe bei Mir Selbst geschworen, aus Meinem Munde ist ein Wort in Gerechtigkeit hervorgegangen, und es wird nicht rückgängig gemacht werden, dass jedes Knie sich vor Mir beugen, jede Zunge Mir schwören und sagen wird: Nur im Herrn habe ich Gerechtigkeit und Stärke! Denn zu Ihm werden umkehren und sich schämen alle, die wider Ihn entbrannt waren.”

Jes. 45, 22 — 24

„Jehova der Heerscharen hat geschworen und gesprochen: Wahrlich! Wie Ich es Vorbedacht, also geschieht es; und wie Ich es beschlossen habe, also wird es zustande kommen.”

Jes. 14, 24

Gedenkt an das Frühere von der Urzeit her, dass Ich Gott bin und keiner sonst; ein Gott, dem keiner zu vergleichen ist. Ich verkündige von Anfang an das Ende, und von der Vorzeit her, was noch nicht geschehen ist. Ich sage: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, werde ich vollbringen.

Jes. 46, 9. 10

„. . . indem Er uns kundgetan hat das Geheimnis Seines Willens, nach Seinem Wohlgefallen, das Er Sich vorgesetzt hat in Sich Selbst für die Verwaltung der Fülle der Zeiten: alles unter ein Haupt zusammen zu bringen in dem Christus, das, was in den Himmeln und das, was auf der Erde ist, in welchem wir auch ein Erbteil erlangt haben, die wir zuvor bestimmt sind nach dem Vorsatz dessen der alle 5 wirkt nach dem Rate Seines Willens.”

Eph. 1, 9-11

„Und jedes Geschöpf, das in dem Himmel und auf der Erde und unter der Erde und auf dem Meere ist, und alles, was in ihnen ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Throne sitzt, und dem Lamme die Segnung und die Ehre und die Herrlichkeit und die Macht Von Ewigkeit zu Ewigkeit!”

Offb. 5, 13

„Darum hat Gott Ihn auch hoch erhoben und Ihm einen Kamen gegeben, der über jeden Kamen ist, auf dass in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters.”

Phil. 2, 9— 11

„ . dass auch selbst die Schöpfung (ktisis = das Erschaffene) freigemacht werden wird von der Knechtschaft des Verderbnisses zu der Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung zusammen seufzt und zusammen in Geburtswehen liegt bis jetzt.”

Röm. 8, 21.22

Autor: Karl Geyer, auszugsweise aus seinem Buch “Lebenswurzeln der Gemeinde – Band I”

Gott hat geschworen! Welches Geschöpf wagt es, an Seinem Eide zu zweifeln? Sagt Er nicht ausdrücklich, dass alles so kommen wird, wie Er es geschworen hat, und dass Er alles so ausführen wird, wie Er es zuvor bedacht hat?.— — All Seinen Willen vollführt Er! Daran kann Ihn niemand hindern! Und ein Stück dieses Willens ist dies: Gott will, dass allen Menschen geholfen werde, und dass alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Und alles, was Er will, das tut Er auch!

Zur Durchführung Seines Willens stehen Ihm zwei Wege offen: Gnade und Gericht. Wer sich freiwillig unterordnet, empfängt Gnade und kommt nicht ins Gericht. Wer widerspenstig ist, wird im Gericht zerbrochen, wenn seine eigenen Wege auf seinen Kopf kommen.

Das wird gerade die bitterste Erkenntnis im Gericht sein, dass man dieses Unheil selbst verschuldet hat.

Im Gericht wird ja von jedem Menschen gefordert nach dem, was er Hat bzw. zuvor empfing, nicht aber nach dem, was er nicht hat.    Gottes Gerechtigkeit ist absolut und unantastbar. Er kann einmal sämtliche Vorgänge der Weltgeschichte „aktenmäßig” belegen, weil jeder Lichtstrahl alles bildlich wiedergibt und jeder Äterhauch den gewaltigen Tonfilm am Ende der Weltgeschichte in göttlicher Lautstärke begleitet. Da wird alles offenbar bis in die Tiefen des Herzens, und die Beweggründe allen Handelns werden klargelegt. Da wird es kein Leugnen mehr geben, weil alles tatsächlich so war, wie es öffentlich gezeigt wird. Gott bleibt gerecht, wenn Er richtet, und Seine Gerechtigkeit wird erwiesen, wenn Er alle Karten restlos aufdeckt und alle gottlosen Sünder völlig überführt von ihren bösen Werken. .

Da verstummt alles Widerreden! Jede Zunge schweigt, und jeder Mund ist verstopft und geschlossen.

Die Erhabenheit Gottes zeigt sich nach der Schrift gerade in der Durchführung Seiner Gerichte. Er verachtet Seine Gefangenen nicht (Ps. 69, 33). Ja, obwohl Er sehr mächtig ist, verachtet Er doch niemand (Hiob 86, 5). Im Gegenteil! Wenn Er Strafen muss, dann ist Sein Schmerz so echt und tief, wie kein Geschöpf ihn fühlen kann. Man lese nur einmal das Gericht über den Pharao von Ägypten (als Vorbild auf den wahren Herrscher der Finsternis) in Hes. 31 und beachte in Vers 15, wie tief der Herr Leid trägt um einen Sünder! Wir empfinden in unserer Würdelosigkeit nichts so rein und erhaben wie Er, der dreimal Heilige. Darum reden auch viele von dem Gericht so wegwerfend, weil sie ihren eigenen Sadismus und ihre pharisäische Schadenfreude unbewusst in alles hineintragen, so dass ein alter Kirchenvater sagte: „Das wird die Seligkeit der Seligen ja gerade noch erhöhen, dass sie die Qualen der Verdammten sehen dürfen.” — Einem solchen Wort etwas hinzuzufügen, hieße ihm zu viel Ehre antun. So etwas kann man nur mit Schmerz und Abscheu lesen. Gott aber, der nicht gewaltmäßig vorgeht wie der Fürst der Gewalt der Luft, wendet Seine große Macht und Herrlichkeit auch immer herrlich und erhaben und heilig und wunderbar an. Und Sein Beweggrund ist und bleibt immer die Liebe! Er fordert nicht nur von uns, dass wir alles aus Liebe tun, weil ohne die Liebe alles nichts nützt, sondern diese Aufforderung an uns ergeht ja von   Ihm aus deshalb, damit wir uns auf diese Weise als Seine Söhne ausweisen (Matth. 5, 44—48; Rom. 13, 8—10; 1. Kor. 13; Gal. 5,6; 5, 14; 6,1.2; Eph. 1, 15; 3,17-19; Phil. 1,9-11; 1.Thess. 1,3; 1.Tim. 1,5 u.v.a.). Der Gott der von uns erwartet, dass wir auf das Haupt unseres Feindes freurige Kohlen sammeln und dadurch das Böse überwinden mit dem Guten (Röm. 12, 20. 21), verlangt dies ja nur deshalb von uns, weil dies Sein eigener Grundsatz ist, nach dem Er Selbst handelt. Denn Gott war in Christo, die Welt mit sich belbst versöhnend, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnend (2. Kor. 5, 19). So erfüllte Er Selbst 1. Kor. 13, 5: „Sie (die Liebe) rechnet das Böse nicht zu.” Aus Hes. 31, 15 ersahen wir bereits, wie sehr Er mit dem Haupt Seiner Feinde leidet, so dass Er seinethalben ein Trauern veranstaltet, die Tiefe verhüllt (damit die Schmach des dort Hinabgestürzten nicht dauernd von allen Geschöpfen geschaut wird!), die Ströme zurückhält, die großen Wasser hemmt und den Libanon (= der weisse Berg, der Weisse, d.h. von Schnee weiss) in Schwarz hüllt. Dreimal steht in Hes. 31, 15: „um seinetwillen“. – So trauert Gott um das Haupt Seiner Feinde.

Ihm sei Dank, dass Er Liebe ist! Und die Liebe ist das Größte, was es überhaupt gibt! Und das Größte überwindet das Kleinere! Darum kann das Böse nur mit Gutem überwunden werden. Und deshalb Wird Gott nicht immerdar hadern noch ewiglich . Zorn halt, wenngleich Sein Zorn ein heiliger Zorn ist, nicht ein sadistischer wie der vieler Menschen; aber Seine Güte wahret ewiglich. Und diese Güte leitet zur Buße! Und so überwindet Er nach allen Gerichten das Böse mit dem Guten. Denn nach allen Gerichten, auch nach dem unbarmherzigsten, triumphiert die Barmherzigkeit über das Gericht (Jak. 2, 13). Der Sohn der Liebe bezeugt es in Luk, 18, 19 Selbst: „Was heissest du Mich gut? – Niemand ist gut, als nur Einer, Gott!“ Und ebenso in Matth. 19, 17: „Einer ist der Gute!“ Und dieser Gute allein hat die Kraft und die Macht und die Herrlichkeit, um in erhabenster und göttlich-geistlich vollkommenster Weise das Böse zu überwinden mit dem Guten, indem Er feurige Kohlen  sammelt auf das Haupt Seiner Feinde.

Dieses Überwinden des Bösen durch das Gute bzw. mit dem Guten ist auch die Zukunftsaufgabe der Leibesgemeinde. Sie, die als Erstling den Geist trägt (Röm. 8, 23) und dadurch Teilhaber der götlichen Natur ist (2. Petr. l, 3. 4) oder, wie Paulus in Apg. 17, 29 Sagt- „Gottes Geschlecht”, so dass der Herr Selbst in ]oh. 10,34—36 sagt: „Ich habe gesagt: Ihr seid Götter!, und die Schrift kann nicht aufgebrochen werden!”, darf ja durch die Kraft und Vollmacht des Geistes in allem weit überwinden (Rom. 8, 37) oder mehr als Überwinder sein (nach dem Grundtext: Übersieger sein). Obwohl wir äußerlich schwach sind und den ganzen Tag von der Welt geachtet werden wie Schlachtschafe, überwinden wir doch weit in allem, sind mehr als Überwinder in allem durch den, der uns geliebt hat.

Also, schon jetzt in der armseligen Hülle unseres Fleisches überwinden wir weit in allem durch die Liebe dessen, der in uns ist. Wie wird es da erst sein, wenn auch unser Leib erlöst ist und wir das herrliche Gefäß der Geistleiblichkeit haben in der Gleichförmigkeit Seines Leibes der Herrlichkeit — Erkennen wir daraus nicht, warum die Leibesgemeinde die Länge und Breite und Tiefe und Höhe der Liebe des Christus erkennen soll, damit auch sie erfüllt wird zur ganzen Gottesfülle? (Eph. 3, 17—19.)

Schon jetzt, da wir noch auf dem Wege sind zur Erfüllung mit der ganzen Gottesfülle, überwinden wir weit in allem durch den, der uns geliebt hat. Selbst der Tod kann uns ebenso wenig von Ihm und Seiner Liebe scheiden, als das Leben es vermag. Und ebenso wenig können uns Fürstentümer und Gewalten in der Gegenwart oder in der Zukunft von Ihm und Seiner Liebe scheiden. Und weil wir so in Seiner Liebe bleiben, überwinden wir in allem!

Und Er, der das alles in den Gliedern Seines Leibes wirkt, der Sohn der Liebe, und Sein herrlicher Vater, der Vater der Liebe, sie sollten Beide das nicht vermögen, was Sie den Leibesgliedern zu tun ermöglichen.”

Fürwahr, die Begriffe, die der seelisch gesinnte Gläubige in das   Wesen Gottes hineinträgt, sind sehr oft Lästerung, aber nicht An-betung und Verherrlichung dessen, dem kein Ding unmöglich ist, der alles vermag, und der auch alles tut, was Er will, und alles so hinausführt, wie Er es geschworen hat.

Er erbarmt Sich aller Seiner Werke! Und Er hat sie alle in den Un- glauben (= Ungehorsam) eingeschlossen, damit Er alle begnadige! Denn Er führt nicht nur in die Hölle, sondern Er führt auch wieder heraus. Und die Gefangenen, die in der Grube schmachten, in der kein Wasser ist, werden auf Grund des Blutes des Bundes auch wieder entlassen, wie wir es ja bereits an dem Beispiel von Sodom und Gomorra sahen, und wie es uns weiterhin in Sach. 9, 11. 12  bestätigt wird.

Jehova tötet und macht lebendig. Er führt in den Scheol, und Er führt auch wieder heraus! (1. Sam. 2, 6.)

Der Tod entmächtigt jedes Wesen Völlig. Da vermag keiner mehr, sich selbst zu befreien. Er ist darum ein königliches Mittel in der Hand dessen, dem alle Dinge dienen, um jedes Geschöpf von seiner eigenen Ohnmacht und von der Unmöglichkeit zu überzeugen, in sich selbst zu existieren. Darum werden einmal alle bekennen: „Nur im Herrn habe ich Gerechtigkeit und Stärke”. Also nicht nur Ge- rechtigkeit brauchen wir, d. h. Reinigung von Sünden und das Anziehen der Gottesgerechtigkeit, die uns im Evangelium angeboten Wird, sondern auch Gottesleben, Gotteskraft, Seine Stärke. Das bedeutet aber, dass es außer Gott keinerlei Existenzmöglichkeit gibt.

In Ihm leben und weben und sind wir. Auch Seine Feinde existieren ja nur, weil Er sie am Leben erhält, denn Er lässt Seine Sonne scheinen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

Wer dies im Leben nicht einsehen und zugeben will, verschließt sich damit selbst den Weg der Gnade. Er muss dies alles dann an der bitteren Wirklichkeit des Todes und des Gerichtes lernen, bis dann selbst die, die da nicht wollen, sprechen: „Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!“ (Matth. 23, 37-39)

Gott ist Seiner Sache sicher! Er kennt die Allmacht seiner Liebe, die Sein Wesen ist und daher auch die Größte unter den dreien, die da bleiben. Darum kann Er den Ausgang alles Weltgeschehens mit einem heiligen Eidschwur im Voraus festlegen. Er weiß, dass Er Weit überwindet, in allem, mehr, als wir, Seine Bevollmächtigten, dies zu tun vermögen, weil wir ja alles nur aus Ihm heraus tun können, Darum werden auch alle Seine Gottesverheißungen durch uns erfüllt (2. Kor. l, 20), wie der Sohn auf alle Ia und Amen ist. Und so, wie wir dies tun dürfen zur Ehre Gottes, des Vaters, so beugen sich auch einmal alle Knie dem Sohn und alle Zungen bekennen, dass Er der Herr sei. Und alle tun es zur Ehre Gottes, des Vaters, indem sie alle sprechen: „Nur im Herrn habe ich Gerechtigkeit und Stärke”.