Rettende Kraft (Röm. 5, 9-10)

„…erlöst mit dem kostbaren Blute Christi.”

1 Petr, l, 19

9 Wie viel mehr nun werden wir, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt worden sind, durch ihn vor dem Zorn errettet werden! 10 Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, wie viel mehr werden wir als Versöhnte gerettet werden durch sein Leben!

Röm. 5, 9-10

„Sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut.”

Off. 12, 11

Autor: Karl Geyer, nach seinem gleichnamigen Artikel in GuH

Einem Verblutenden kann geholfen werden, wenn ihm gesundes Blut der gleichen Art oder Blutgruppe zugeführt wird. Versäumt man dies, so stirbt er. Dann nützt es nichts mehr, wenn man nach dem Eintritt des Todes die schönsten Erklärungen über das Wesen des Lebens abgibt. Der Tote hört sie nicht mehr und wird durch sie nicht mehr auf erweckt und gerettet.

Reden können keinen Sterbenden retten. Aus der Gewalt des Todes befreit man niemand durch Worte. Sie können die Ursache des Todes, die Sünde, nicht wegnehmen. Hier hilft nur die Kraft des Blutes.

Wenn es sich um die Rettung eines Sterbenden handelt, dann zögere nicht, ihn am Leben zu erhalten durch die Dahingabe deines Blutes. Halte nicht mit deinem Anerbieten zurück, weil du dich vielleicht schämst, die letzte Hilfe anzubieten oder weil du wenig oder gar nichts verstehst von der Wirkungsweise dieser Neubelebung durch eine Blutübertragung. Angesichts des Ernstes des Todes wären solche Eitelkeiten ein Verbrechen.

Um uns her liegt eine Welt im Sterben. Theorien gibt es mehr als genug, die Vorschläge für eine vorübergehende Besserung der hoffnungslosen Lage enthalten. Dauernde Hilfe aber kann keine derselben geben. Mit den schönsten religiösen Begriffen und Dogmen und den gewundensten theologischen und philosophischen Erklärungen vermagst du keinen geistlich Toten zum Leben zu erwecken.

Einer aber gab sein Blut zur Rettung der Vielen. Hier ist die Kraft, die allen helfen kann und wahre Blutreinigung bewirkt und wahres Leben zu geben vermag, über das kein Tod mehr irgend eine Macht hat. Das ist „Frohe Botschaft” für die Sterbenden. Das Evangelium ist Gottes Kraft zum Heile jedem Glaubenden. Der Sohn des Vaters der Herrlichkeit kam vom Himmel hernieder, um die Armseligkeit unseres Fleisches und Blutes anzunehmen und den Schmachtod am Fluchholz zu erleiden, um dich und midi zu retten. Das war Erweis der Liebe!

Und du und ich? — Was tun wir? —

Schämen wir uns, den in ihren Sünden Dahinsterbenden die Frohbotschaft zu verkündigen, dass einer sein Blut gab zu ihrer Errettung, und dass wir selbst lebendige Zeugen dafür seien, dass man aus dem Tode zum Leben hindurchdringen könne? —

Und wem sollen wir diese Frohbotschaft von der rettenden Kraft des Blutes Christi und dem herrlichen Heil, das Gott uns in seiner Liebe bereitete, bringen? — Wo liegt die Grenze unserer Verkündigung? —

Römer l, 14 gibt uns die Antwort: „Ich bin ein Schuldner, sowohl der Griechen wie der Barbaren, sowohl der Weisen als der Unverständigen.”

Der Ewigtreue lasse es an dir und mir offenbar werden, dass die gleiche wirksame Kraft, mit der er den Sohn der Liebe aus den Toten wiederbrachte, nun an uns als an den Glaubenden zur Auswirkung und zur Darstellung gelange, damit die Kraft, durch die wir selbst gerettet wurden, auch anderen zum Heil gereiche durch unser lebendiges Zeugnis!