Gott vermag über alles hinaus zu tun, über alle Maßen (Eph. 3, 20)

3,20 Dem aber, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Massen mehr, als wir erbitten oder erdenken, gemäß der Kraft, die in uns wirkt, 3,21 ihm sei die Herrlichkeit in der Gemeinde und in Christus Jesus auf alle Geschlechter hin in alle Ewigkeit! Amen.

Eph. 3, 20-21

Autor: Adolf Heller, auszugsweise aus seinem Artikel “Vom Vermögen Gottes und vom Unvermögen des Feindes (kahal.de)

Das ist wieder ein Wort vom Vermögen Gottes, ein Teil der Vermögens-Bestandsaufnahme Gottes! Es gibt sowohl Maßstäbe der Menschen als auch der Engel (Offb. 21, 17). Mit der Gemeinde jedoch, mit uns, den Gliedern des Körpers des Christus, handelt Gott nicht nach Menschenmaß und nicht nach Engelmaß, sondern Er handelt über die Maßstäbe hinaus! Das heißt: die Maßstäbe reichen gar nicht aus! Das ist so, wie wenn ich einem Kind sagen wollte: Hier hast du ein Lineal, das ist 25 cm lang, und nun nimm das Lineal und miss einmal nach, wie weit der Mond von der Erde entfernt ist! Du fängst unten am Boden an: 25 cm, 50 cm, 75 cm usw., bis du an den Mond kommst! Was meint ihr, wie lange das Kind braucht? — Professor Rohrbach sagt einmal: Wenn sich der Herr Jesus bei Seiner Himmelfahrt mit Lichtgeschwindigkeit — das sind 300 000 km pro Sekunde — von der Erde entfernt und zum Throne Gottes erhoben hätte, dann wäre Er heute noch nicht beim Throne Gottes! (Wissenschaftlich gesehen.) Nun steht aber geschrieben: Er sitzt zur Rechten Gottes und Er verwendet sich dort für uns mit unaussprechlichen Seufzern und dankt für uns („aufs erste danke ich allezeit“) und bittet für uns! Er ist also dort. Daraus sehen wir, daß die Maßstäbe Gottes weit über alle irdischen Maßstäbe hinausgehen. Deshalb heißt es: „über die Maßen mehr, als was wir erbitten oder erdenken”.

Wenn wir also beten, so dürfen wir sagen: „O Gott, Dein Vermögen ist ja so groß, daß es auch die kühnsten Bitten und das kühnste Verstehen und Begreifen weit, weit übertrifft. Herr, wir danken Dir dafür!” Wir sagen nicht nur: „Herr, handle gemäß unserem Glauben”, sondern: „Tue mehr, als wir glauben und verstehen!”

Wir lesen einmal, daß der König Salomo der Königin von Saba oder Scheba nach zwei Maßstäben Geschenke machte (1. Kon. 10, 13). Der eine Maßstab war, was sie begehrte, verlangte, erbat. Sie sagte: „Das gefällt mir!” — „Gut, das kannst du haben” — „Und das gefällt mir” — »Gut, das kannst du auch haben”; nicht wahr, wenn Frauen Einkäufe machen,, dann können sie alles brauchen! Er gab ihr zunächst nach ihrem Begehr und dann darüber hinaus nach seiner Freigebigkeit, nach seinem Vermögen, nach der Weite seines Herzens! Also nicht nur nach ihrem Maßstab, sondern auch nach seinem Maßstab gab er ihr Geschenke mit. — Glaubt ihr, daß unser Gott ebensoviel Liebesinteresse hat an uns, den durch das Kreuz Seines Sohnes bluterkauften Erstlingen, wie der Salomo Interesse hatte an der Königin von Saba?! Glaubt ihr das? (Zustimmung.) Das glaube ich aber auch!

Bete, soviel du kannst — erbitte von Gott, so Gewaltiges dir in den Sinn kommt — verstehe, soweit dein Geist etwas von dem Wesen und dem Reichtum und dem Vermögen Gottes zu fassen vermag, aber wisse: Gott handelt immer darüber hinaus — über die Maßen mehr!

Dieses Wort in Epheser 3, 20 ist schon sehr vielen Menschen, die in Depression und Verzweiflung waren, zum Rettungsanker geworden. Ihr lieben Brüder und Schwestern, merkt es euch und wendet es an, wenn ihr mit solchen deprimierten, schwermütigen, ängstlichen, verzagten, zusammenbrechenden Menschen zusammenkommt — und deren sind mehr um uns, als wir ahnen! Wir haben eine Aufgabe an ihnen. „Wer da weiß, Gutes zu tun, und tut’s nicht, dem ist es Sünde!” (Jak. 4, 17.) Wenn du durch ein Wort einen Menschen lösen kannst, durch einen freundlichen Blick, durch ein Gotteswort, durch eine Ermahnung oder Ermunterung, und du tust es nicht — dann ist es Sünde! Sünde ist nicht in erster Linie das Böse, das wir tun, Sünde ist das Gute, das wir nicht tun und doch tun könnten! Brüder, vor diesem Wort müssen wir alle kapitulieren und uns schuldig bekennen. Und es ist gut, wenn wir das tun. Dann kann Gott neu anfangen und unser Herz wieder weit und froh machen, indem Er uns zeigt, daß es zutiefst nicht darauf ankommt, was wir tun, sondern was Er tut!

Gott vermag alles!

Ich habe vorhin einmal gefragt: „Wer kann mir mit einem Wörtlein sagen, was Gott vermag?”, und ihr habt mit Recht geantwortet: alles. Das möchte ich euch jetzt noch aufgrund der Schrift beweisen, damit keiner auf den Gedanken kommt: „Der Bruder Heller redet sich da in eine Begeisterung hinein und will die anderen damit anstecken” — ach nein, das will ich nicht; ich möchte euch das Wort so klar und lebensbringend sagen, so fest verankern, daß es euch eine Kraft und ein Auftrag und eine Freude wird, die euch nie mehr verlässt! Es ist mir immer wieder ein tiefes Erlebnis, wenn ich Schülern oder Schülerinnen begegne, die vor 40 oder 50 Jahren bei mir in der Schule waren und die mir sagen: „Herr Heller, das Wort, das Sie uns damals in der Religionsstunde, oder im Deutschunterricht, oder in der Erdkundestunde gesagt haben, das kann ich niemals vergessen!” Ich habe damals in der Erdkunde die Schüler gefragt: „Wisst ihr, wo das Meer am tiefsten ist? — Und wisst ihr auch, was da drinnen ist, wo das Meer am tiefsten ist? — Da ist unsere Sünde drin! Denn die Sünde wird versenkt in die Tiefe des Meeres (Micha 7, 19). — Und was ist noch dort? — Die Menschen, die einem anderen Anstoß gegeben haben (Luk. 17, 2).” — Wie kann man doch, wenn man über die Tiefen der Ozeane unterrichtet, das Evangelium sagen!

Ich habe euch nun zu diesem 8. Punkt noch einen Beleg bzw. eine Reihe von Belegen zu geben, nicht anhand meiner Erlebnisse, sondern anhand der Schrift, dafür, daß Gott alles vermag. In Hiob 42, 2 antwortet Hiob dem Herrn und sagt: „Ich weiß, daß Du alles vermagst und kein Vorhaben Dir verwehrt werden kann!” Was vermag Gott? Alles. Und wie viele Vorhaben werden Ihm verwehrt? Keines. Kein Engel, kein Teufel, und auch du selbst nicht, kann Seine Pläne und Ziele zunichte machen. Bete einmal so, statt zu klagen und zu jammern oder zu plappern, bete einmal wie Hiob: „Ich weiß, daß Du alles vermagst und kein Vorhaben Dir verwehrt werden kann!” Und dann wird ein brennendes Verlangen in deinem Herzen wach werden, anhand der Schrift zu erfahren, was für Vorhaben Gott hat, was Er vorhat, was Sein Wille ist.

Ein weiterer Schriftbeleg steht in Jeremia 32, 27: „Siehe, Ich bin Jehovah, der Gott alles Fleisches, sollte mir irgendein Ding unmöglich sein?” — Der Gottesname Jehovah oder Jahweh bedeutet: Ich bin der Heilig-Seiende, der sich nie verändert, der seine Absichten nie umstürzt, abschwächt, verneint; Ich bin, der Ich bin. Weiter heißt Er in diesem Wort „der Gott alles Fleisches”. Er ist nicht nur der Gott der Geister und der Seelen — das ist Er —, Er ist auch der Gott des Fleisches. Selbst das Widerspenstigste, was es gibt, wird Ihm Untertan und gehorsam; denn Er hat Vollmacht über alles Fleisch (Joh. 17, 2), — auch über dein Fleisch und mein Fleisch. Wir haben keine Vollmacht über unser Fleisch; kein Mensch hat Vollmacht über sein Fleisch; aber Gott hat Vollmacht über alles Fleisch! Unsere Zunge z. B. ist ein Stück Fleisch, das kein Mensch bändigen kann (Jak. 3, 8); aber Gott kann sie bändigen; denn Er ist der „Gott alles Fleisches”.

Ein drittes Schriftwort steht in Matthäus 19, 26: „Jesus sah sie an und sprach zu ihnen: Bei Menschen ist dies unmöglich (nämlich daß ein Reicher ins Himmelreich eingeht, einer, der noch reich ist und stolz, auf Tugend und Leistung und Würde), bei Gott aber sind alle Dinge möglich.” Gott macht das Unmögliche möglich. „Das dem Gesetz Unmögliche tat Gott, indem Er Seinen Sohn sandte …” (Rom. 8, 3).

Ich lese noch ein weiteres Wort über das Allvermögen Gottes, Judas 24: „Dem aber, der euch ohne Straucheln zu bewahren und vor Seiner Herrlichkeit tadellos darzustellen vermag…” — Warum machen wir von diesem Vermögen Gottes, uns ohne Straucheln zu bewahren, so wenig Gebrauch? Weil wir nicht glauben, weil wir Gott nicht kennen. W i r haben dieses Vermögen nicht, aber Er hat es! Und dieses Vermögen sollten wir telefonisch in Anspruch nehmen, durch das Telefon des Gebetes, und sollten sagen: „O Gott, Du kannst mich jetzt bewahren, daß ich nicht in meine Lieblingssünde hineinfalle! Ich selbst kann mich nicht bewahren, ich bin ja verkauft an die Sünde, und das Böse, das ich nicht tun will, das tue ich, und das Gute, das ich tun will, tue ich nicht; o Gott, ich wende mich jetzt an Dein Vermögen! Du bist reich, überreich und kannst mich bewahren!” So sollen wir beten! So bete ich oft. Ich appelliere an das Allvermögen Gottes.

Als letzte Schriftstelle nenne ich Philipper 3, 20—21: „Unser Bürgertum ist in den Himmeln, von woher wir den Herrn Jesus Christus als Heiland (sootär = Herausreißer und Zielbringer) erwarten, der unseren Leib der Niedrigkeit (der Hinfälligkeit, der Erniedrigung, der Armseligkeit) umgestalten wird zur Gleichförmigkeit mit Seinem Leibe der Herrlichkeit, gemäß der wirksamen Kraft (der Energie Seiner Dynamik), mit der Er vermag, Sich das All gehorsam zu machen.” (Wörtlich übersetzt.) Mit dieser Kraft, mit der Er Sich das All gehorsam macht, kann Er auch uns dem Sohne gleichgestalten! Das ist das Vermögen Gottes. Glaubst du an dieses Vermögen Gottes, Bruder und Schwester? Bist du bereit, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen? O möchten wir es lernen!

Vollständiger Artikel von Adolf Heller: Vom Vermögen Gottes und vom Unvermögen des Feindes (kahal.de)