Beiträge-Lichtpunkte

Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen (Luk. 15, 18)

11 Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. 12 Und der jüngere von ihnen sprach zum Vater: Gib mir den Teil des Vermögens, der mir zufällt, Vater! Und er teilte ihnen das Gut. 13 Und nicht lange danach packte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste in ein fernes Land, und dort verschleuderte er sein Vermögen mit ausschweifendem Leben. 14 Nachdem er aber alles aufgebraucht hatte, kam eine gewaltige Hungersnot über jenes Land, und auch er fing an, Mangel zu leiden. 15 Da ging er hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seine Äcker, die Schweine zu hüten. 16 Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, welche die Schweine fraßen; und niemand gab sie ihm. 17 Er kam aber zu sich selbst und sprach: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber verderbe vor Hunger! 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, 19 und ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! 20 Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und hatte Erbarmen; und er lief, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. 21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, und ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen! 22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt das beste Festgewand her und zieht es ihm an, und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an die Füße; 23 und bringt das gemästete Kalb her und schlachtet es; und lasst uns essen und fröhlich sein! 24 Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; und er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein. 25 Aber sein älterer Sohn war auf dem Feld; und als er heimkam und sich dem Haus näherte, hörte er Musik und Tanz. 26 Und er rief einen der Knechte herbei und erkundigte sich, was das sei. 27 Der sprach zu ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiedererhalten hat! 28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater nun ging hinaus und redete ihm zu. 29 Er aber antwortete und sprach zum Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe nie dein Gebot übertreten; und mir hast du nie einen Bock gegeben, damit ich mit meinen Freunden fröhlich sein kann. 30 Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Gut mit Huren vergeudet hat, hast du für ihn das gemästete Kalb geschlachtet! 31 Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein. 32 Du solltest aber fröhlich sein und dich freuen; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, und er war verloren und ist wiedergefunden worden!

Lukas 15, 11-32

18 Also: wie nun durch die Übertretung des Einen die Verurteilung für alle Menschen kam, so kommt auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung, die Leben gibt. 19 Denn gleichwie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten gemacht.

Röm. 5, 18-19

Autor: Heinz Schumacher, auszugsweise aus seinem Vortrag „143300 – H.Schumacher – Das Gleichnis Jesu vom verlorenen Sohn in 3-facher Sicht, 03.1993.mp3

Der Tiefpunkt wird zum Wendepunkt.

17 Er kam aber zu sich selbst und sprach: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber verderbe vor Hunger! 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir- Lukas 15, 17-18.

Jetzt kommt das eine große Wunder – der Tiefpunkt wird zum Wendepunkt. Da kam kein Billy Graham des Weges da am Schweine-Acker vorbei; da war gar keine Evangelisation; das stand auch kein Versammlungs-Zelt; da war kein Bußprediger; da kam kein Buß-Brief vom Vater
– so ganz von alleine schlägt der Sohn sich an die Brust und sagte:
Ich bin eigentlich dumm.

Ihr lieben, das ist ein großes Wunder und das beantwortet uns eine wichtige Frage die immer wieder gestellt wird: Gott ist ein Retter aller Menschen, sagt die Schrift – er wird es denn auch schaffen.

Wenn nicht durch Gnade, dann durch Gericht – werden wirklich die Menschen zu ihm umkehren wollen? Dafür ist hier der verlorene Sohn ein Musterbeispiel, ein Musterexemplar für dieses große Wunder. Gott wird es schaffen aufgrund seiner überlegenen göttlichen Weisheit, dass Viele, die heute nicht kommen werden, dann nach äonenlangen Gerichten, nach Äonen des Verderbens und der Gottesferne und der Pein und Not, dann eines Tages sagen: Eigentlich bin ich dumm – ach, ich müsste doch mal überlegen: würde mich der Vater vielleicht doch annehmen, wenn ich zurückkäme? würde er mich vielleicht von sich stoßen? oder würde mich nicht doch annehmen? Ganz freiwillig, ganz von selbst kommt das hier.

Wir haben mehrere solche Beispiele. Gott versteht es, durch seine Gerichte die Geschöpfe dahin zu bringen, dass das, was sie vorher nicht wollen, sie auf einmal von ganzem Herzen wollen. Das ist Erziehung durch Gericht. Karl Heinemann hat in einem feinen Artikel, der in „Gnade und Herrlichkeit“ erschienen ist, geschrieben über Erziehung durch Gericht. Er kennt sich aus als Pädagoge und eine solche Pädagogik haben wir in der Bibel – Göttliche Pädagogik durch Gericht.

Der Tiefpunkt wird zum Wendepunkt. Was der Mensch vorher nicht wollte, das will er nun auf Mal von selber. Das ist das Wunder der göttlichen Gerichts-Pädagogik.

Der verlorene Sohn wollte weg, weg- nur weg. Auf einmal will er das Gegenteil, auf einmal will er heim, heim – nur schnell heim; ohne dass irgendjemand ihn drängt. Nebukadnezar erhob sich wieder Gott – dann auf einmal rühmt und preist der König Nebukadnezar den Allerhöchsten. Der Kerkermeister, der will sich bekehren. Der Saulus, der wird zu einem Paulus. Alles freiwillig – das kriegt Gott fertig durch seine Gerichte.

Der inneren Buße und Umsinnung, folgt nun auch die Bekehrung oder Heimkehr. Er macht sich auf den Weg. Er formuliert ein Sünden-Bekenntnis – „Also, wenn ich jetzt zu meinem Vater komme, dann muss ich genau das Richtige sagen, vielleicht gelingt es mir dann, ihn umzustimmen. Vater, ich habe gesündigt vor dem Himmel und vor dir und so weiter und so weiter“. Das hat er sicher ein paar Mal vor sich hergesagt und gut auswendig gelernt. Aber er musste es gar nicht sagen, bevor er es sagte, hat der Vater ihn längst angenommen und geküsst.

Also Punkt 4 – die innere Buße. Der Tiefpunkt wird zum Wendepunkt. Punkt 5 – er macht sich auf den Weg. Der inneren Buße folgt nun auch die äußere Bekehrung oder Heimkehr. Er macht sich auf den Weg. Es ist etwas Wunderbares, wenn ein Mensch sich auf den Weg macht.

Gott wartet zuletzt auf die Menschheit – und zwar nicht vergeblich nach Römer 5, 18-19. Das ist das noch größere Wunder der Wieder-Annahme. Da liegt der Schwerpunkt dieses Gleichnisses. Er liegt nicht auf dem verlorenen Sohn, sondern auf dem Vater. Es war ein großes Wunder, dass der verlorene Sohn auf einmal will, aber es ist ein noch größeres Wunder, dass der Vater in einfach annimmt.

Der Vater liebt und wartet – der Vater steht am Fenster, wie es Georg Popp ausgedrückt hat, und er schaut und schaut und wartet, und er weiß in seinem Innern: Der kommt wieder –  der kommt wieder. Denn das Leben in der Gottesferne hält das Geschöpf auf die Dauer nicht aus. Der Wunsch, heimzukehren wird kommen; dieser Wunsch – er muss kommen. Es kann gar nicht anders sein. Denn die Gottesferne ist auf die Dauer nicht auszuhalten. …der wird versuchen heim zu kommen. Und was macht dann Gott? Da braucht der große Gott gar nicht lange zu überlegen, denn er ist die Liebe.

Prof. E.F. Ströter hat seinerzeit geschrieben, nachdem ihm ein Heftchen auf dem Tisch flatterte in dem geschrieben stand es gäbe nach der Bibel einen Bereich, wo die Liebe Gottes nicht mehr wirken kann – und da, sagt Bruder Ströter, da ist ihm schlaglichtartig klar geworden: Da liegt der wunde Punkt, dass Menschen meinen, es gäbe irgendeinen Bereich, wo die Liebe Gottes nicht mehr wirken kann beziehungsweise wirken will. Gott ist Liebe – und wo Gott ist, da ist auch seine Liebe. Nie wird Gott aufhören, in seiner Liebe zu suchen. Ihr Lieben, das dürfen wir ganz fest ins Herz nehmen: Nie wird Gott aufhören, in seiner Liebe zu suchen.