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Alle unsere Quellen sind in Gott (Joh. 4, 14, Phil 1,8)

13 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten. 14 Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt.

Joh. 4, 14

8 Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlangt in der herzlichen Liebe Jesu Christi.

Phil 1, 8

Autor: Adolf Heller, auszugsweise aus seinem gleichnamigen Vortrag

Ich lese zunächst ein alttestamentliches und dann zwei neutestamentliche Worte. Dann will ich gleich anfangen, mein Thema abzuhandeln. Punkt um Punkt, Quelle um Quelle, die in Gott sind, die aber unsere Quellen sind. 

Ich lese zunächst den letzten Vers des 87. Psalms, das ist ein Korah-Psalm. Ihr wisst, dass die Rotte Korah Rebellen, Revolutionäre waren, die Aaron und Mose stürzen wollten, um sich selbst an ihre Stelle zu setzen. 

Ihr wisst, dass Gott ein strenges Gericht über sie verhängt hat, die Erde öffnete sich, und sie fuhren bei lebendigem Leibe hinab in die Tiefe. Nur ihre Kinder und Enkel nicht, aber die sonstigen Lebenden, die eine Entscheidung gegen Gott getroffen hatten, gegen Mose und Aaron, die Führung, die fuhren bei lebendigem Leibe hinab in die Tiefe. Und was die in diesen Tiefen erlebten, davon singen die zurückgebliebenen Kinder und Söhne der Rotte Korah. Die erlebten das irgendwie mit, denn es gibt ja Bande und Bindungen, seelisch-geistig-geistlicher Art zwischen den Lebenden und Toten, von denen wir noch gar keine Ahnung haben, von denen unsere Medizin und unsere Psychologie und auch unsere Theologie wenig weiß. Und da haben die hier auf Erden das mit- und nacherlebt, was ihre Eltern und Großeltern oder auch Geschwister unten in den Tiefen erlebten. Deshalb sind die Korah-Psalmen, es gibt im ganzen 11, eine erschütternde Darstellung dessen, was man, wenn man die Erde verlässt, erleben kann. Das sollten wir viel ernster nehmen, viel ernster!

Ich lese den letzten Vers: Singend und den Freudenreigen tanzend werden sie sagen: Alle meine Quellen sind in dir! Das klingt ja nicht nach Totenreich und Hölle und Strafe und Tartaros und Gehenna und wie diese Orte genannt werden. Das klingt ja sehr positiv und freudig. Alle meine Quellen sind in dir! 

Und jetzt noch zwei Johannes-Worte: Johannes 7, 38 und 39a: Jesus stand, stellte sich, erhob sich, und rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir.

Die Not des gegenwärtigen Zeitalters und der gegenwärtigen Menschen und der gegenwärtigen Jugend ist der tiefe Durst nach Leben, Freude, Friede, Reinheit, Kraft, Vollmacht, Herrlichkeit. Ein tiefer Durst. Unser größter Feind, das ist die Langweile und die Untätigkeit und die Genuss-Sucht, das ist unser größter Feind. Viel Zeit und viel Geld ist das schlimmste, was ein junger Mensch heut‘ haben kann. Das will die Regierung aber haben, um sie auf ihre Seite zu ziehen. Davon reden wir nicht, wir haben höhere Politik. 

Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, so wie die Schrift sagt, von dessen Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Ströme lebendigen Wassers – das sagte er von dem Geiste, den diejenigen, die an ihn glaubten, empfangen sollten. 

Und dazu noch 4, 14 aus demselben Johannes-Evangelium, das ist das 3. und letzte Wort, das ich einleitend lese: 

Wer irgend von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, wer mit Jesus wirklich in Lebensbeziehung, in Liebeseinheit, in Totalhingabe steht, wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, der wird auf keinen Fall dürsten im kommenden Äon, im 1000-jährigen Reich, denn das ist ja für Gesamt-Israel zunächst das Hochziel. Für eine Auswahl aus Israel ist der Leib Christi das Hochziel. Ich sage das andeutend, ich werde darüber heute und morgen euch noch Wunderbares zu sagen haben – der wird auf keinen Fall dürsten im Äon, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm, der glaubt, in ihm, in deinem Herzen, in meinem Herzen, ihm eine Quelle werden, die ins ewige Leben quillt, d.h. wir sollen Quellenmenschen werden, wenn wir von dem Wasser Jesu trinken. 

Da haben wir nicht nur das Wasser aus der höchsten Quelle, aus dem Herzen Gottes, des Vaters, durch den Heiligen Geist, aus der Schrift, sondern dann werden wir selbst Quellenmenschen, dass etwas, oft ohne unser Wissen und Wollen, ausströmt und die Menschen es merken: Der oder die, die haben etwas, eine innere Kraft und Freude und Vertrauen, und das ist etwas Wunderbares.

Das merken die Menschen, das spüren die Menschen, und das ist das Geheimnis.

Nicht dass wir so mit Ach und Krach in den Himmel kommen und der Hölle entfliehen, das ist ein billiges Evangelium für kleine Kinder; ist auch ein Evangelium, aber wir wollen selber Quellenmenschen werden, aus deren Herzen, aus deren Geist und Leben und Wesen Ströme lebendigen Wassers fließen. Und dann werden auch wir den Reigen tanzen und singen im Geiste und in der Wahrheit, und werden sagen: Alle meine Quellen sind in dir. Dann leben wir aus dem Herzen Gottes, gespeist von den Quellen, die in ihm sind, und die das All erneuern. Und das ist das Hochziel für die Gläubigen. 

Ich will nun versuchen, meine lieben Freunde, meine Brüder und Schwestern, ihr Heiligen und Geliebten und Ersehnten Gottes, ich will versuchen, jetzt, in dieser Stunde, euch 12 dieser Quellen, die in Gott sind und die in uns hinein fließen, zu nennen, so dass wir selbst Quellenmenschen werden, so dass die Kräfte, die fortwährend aus seinem Herzen in unser Herz kommen, dass das auch wiederum Quellen werden, die hineinfließen in die unsichtbare obere und untere oder auch in gewissem Grad in die uns umgebende Umwelt. Das ist immer so gewesen. Es hat immer wenige Quellenmenschen gegeben, aber die sind da, sind auch unter euch hier.

Und von diesen 12 Quellen, die aus dem Herzen Gottes kommen, in unser Herz fließen und uns zu Quellenmenschen machen, diese 12 Quellen will ich euch jetzt nennen. Sie sind wunderbar und gewaltig.

Ich lese zunächst 2. Kor. 11, 2 und gebe zu meinem 1. Punkt ein Zeugnis von dem heiligen Eifer Gottes. Der Eifer ist etwas, was uns treibt und reift und erfreut und befähigt, Opfer zu bringen, uns selber zu vergessen, Liebe zu üben, Heil und Leben auszustreuen – der heilige Eifer, ich will es mal gesamt-psychologisch ausdrücken, die heilige Emotion, dass uns etwas bewegt, etwas beglückt. Der heidnische Mensch hat nichts mehr, was ihn tief beglückt, erfüllt und erfreut, er hat’s mit allem probiert, mit Essen und Trinken, mit Fleischeslust, mit Genussgiften, mit allen möglichen Dingen, bis hinein in die bewusste Dämonie. Sie wollen was haben, sie wollen Leben haben, sie sind nicht zufrieden mit dem, sie wollen mehr als das, was jetzt in ihrem Besitz ist. Viele von ihnen, die haben’s auch empfangen, durch den Glauben, durch den Anfang eines Glaubenslebens. Ich kenne solche Leute. Man darf die nicht alle verurteilen. 

1.) Also jetzt die 1. Quelle, die ich euch nenne, ist der Eifer Gottes. Und nun versteht ihr sofort, was ich sagen will, wenn ich euch vorlese 2. Kor. 11, 2. Da schreibt Paulus: ich eifere um euch mit dem ganzen Eifer meines Herzens. Sagt er das so? Nein, so sagt er es nicht. Er sagt nicht: ich eifere um euch mit meinem ganzen Paulus-Eifer. Er sagt, ich eifere um euch mit dem Eifer Gottes, mit Gottes Eifer. Was also Paulus hier an Begeisterung, an Opferbereitschaft, auch an Einblick, an Herrlichkeit, an Leidensfähigkeit hat, das hat er nicht aus sich, in sich selbst war der Paulus eine Null.

Wenn ich auch nichts bin, sagte er, er sagte er war der größte aller Sünder, er sagte auch er war der geringste aller Heiligen. Also jetzt sagt er: wenn ich auch nichts bin. In sich war er nichts. Aber weil er Anschluss hatte an die göttlichen Quellen konnte er jetzt eifern mit Gottes Eifer. Was uns in der paulinischen Briefliteratur entgegenschlägt, was uns diesen Mann so wunderbar und groß macht in seiner Schau, in seiner Liebe, in seiner Hingabe, in seinem Eifer, das ist Gottes Eifer. Ich eifere um euch mit Gottes Eifer. Wer ist also der, der den ganzen Eifer, die ganze Hingabe, die ganze Bewegtheit, die ganze Kraft und Seligkeit aller Wonnen in sich trägt? Das ist Gott. Und wer da Anschluss findet an diese Zentrale, der bekommt das in sich auch, der trägt in sich Gottes Eifer. Das ist die 1. Quelle, die aus Gott fließt, in dich. Und wenn du dich hier ganz öffnest, dich von diesem Eifer Gottes füllen lässt, dann strömt diese Quelle aus dir, dann wirst du ein Mensch mit der Leuchtkraft Christi, die sich äußert in Freude und Zuversicht und Zeugnismut und Gesundung an Geist, Seele und Leib, die wird in dir und durch dich fließen.

Wenn das nicht geschrieben stünde wie ich eben durch diese drei Worte, das alttestamtliche und die beiden neutestamtlichen, euch bezeuge, wenn ich das bis zur Stunde nicht erleben dürfte in meinem an und für sich glaubensschwachen armen Leben, das aber von Seligkeiten randvoll erfüllt ist, würde ich euch das nicht sagen. Ich will euch nur auf etwas hinweisen, das habe ich euch schon ein- oder zweimal gesagt. Aber ich sag’s euch auch jetzt. Ich verlasse nie den Zug, ohne meinen Mitfahrenden gesagt zu haben, ich wünsche Ihnen eine angenehme Fahrt und wünsche Ihnen – und dann halte ich ein, um ihre Spannung, als alter Schulmeister weiß man wie man das macht, um die Spannung zu erhöhen – und wünsche Ihnen, dass Ihre letzte Fahrt, die Sie unternehmen, um die Sie sich nicht drücken können, keine Höllenfahrt wird, sondern eine Himmelfahrt. Das ist das wichtigste im Leben. Darauf kommt’s an. Ob Sie Millionär sind oder ein armer Mensch spielt keine Rolle, aber dass die letzte Fahrt eine Himmelfahrt wird. Das ist das Entscheidende. Alles andere ist wertlos. 

Ich bin, obwohl ich seit einigen Jahren mit diesem Gruß aussteige, – vorher habe ich andere Worte gehabt, und vielleicht in einem Vierteljahr habe ich wieder andere Worte, ich lasse mich da leiten von Gott, –  ich bin noch nicht einmal ausgelacht worden. Ich habe aber viele Tränen gesehen, Tränen der Ergriffenheit, Tränen der Freude, und viele Worte. „Ja, ja, das müsste man wissen, ob man einmal in den Himmel oder in die Hölle kommt. Das müsste man wissen“, sagten mir viele. Ich sagte, das können Sie wissen. Das dürfen Sie wissen. Schauen Sie mir in die Augen, ich weiß es auch. „Ja, Ihnen sieht man das an“, sagten dann viele von Ihnen. Ich habe mit diesem Wort wunderbare Erlebnisse gemacht. 

Also noch einmal: wir dürfen und können mit Gottes Eifer eifern, weil unser eigner Eifer gar nicht vorhanden ist, oder wenn er da ist, so gering und minderwertig ist. Wir sind müde Schlappschwänze, wir müden Menschen, wir müden Kerle, hat Pastor Läppisch, der Katholik, der Jesuitenpater, uns zugerufen in Worms auf dem Marktplatz. Er hat eine Versammlung gehalten, es kamen 30000 Leute. Und da hat die SPD eine Gegenversammlung gehalten, eine Hauptversammlung, und da kamen 30 Leute; beim Pater Läppisch waren es 30000, ich war dabei. Ich hatte leider nicht die Möglichkeit gehabt, mit ihm vor dem Beginn ein paar Worte zu reden und ihm die Hand zu drücken.

Meine Freunde: Gottes Eifer!

2.) Die 2. Quelle: die Sehnsucht Christi. Hat der Christus Sehnsucht? So wie wir Sehnsucht haben nach irgendetwas? Ich lese Phil. 1, 8: Ich sehne mich nach euch allen. Und jetzt sagt er nicht: mit meinem ganzen Herzen, er sagt: ich sehne mich nach euch allen mit dem Herzen Christi Jesu. Wer sehnt sich also eigentlich? Sehnt sich der Mensch Saulus von Tarsus oder sehnt sich der Christus, Gottes Sohn? Der Herr Jesus Christus sehnt sich nach euch allen. 

Und jetzt kann ich mir denken, dass der eine oder die andere sagt: „nach mir aber nicht, ich bin so ein armer Tropf, nach mir sehnt er sich nicht“, könnte ich mir denken. Ich sage euch, nach euch allen sehnt sich Jesus Christus. 

Ich hatte ein kleines Erlebnis vor einem halben Jahr: Entschuldigt, ich weiß nicht, ob ich es euch schon erzählt habe, ein ganz kleines Erlebnis: 

In meiner Straße ist ein kleiner Buchhändler, ein kleiner Kerl mit einer kleinen Buchhandlung, ein bisschen betrübt und bedrückt. Ich habe ihn kaum gekannt, nur gegrüßt. Eines Tages bin ich zu ihm gegangen. Wir hatten ein Gespräch, wir redeten von der Sünde der Welt. Da sagte er – er hat mich gekannt, woher weiß ich nicht, aber ich bin bekannt in Worms – da sagte er: Hr. Heller, ich bin ein armer Sünder, das weiß ich, aber Sie, Sie sind ein Heiliger. Das Verkehrteste und Schrecklichste wäre gewesen, wenn ich gesagt hätte: ja, das bin ich. Da wäre ich als Pharisäer sofort erledigt gewesen. 

Da sagte ich, hören Sie, ich bin nicht besser als Sie, ich bin auch nicht anders als Sie, ich bin wie Sie, in mir ein Sünder, fähig zu allem Bösen, unfähig zu allem Guten. Aber zwischen uns zwei ist ein Unterschied, der liegt aber nicht an mir oder an Ihnen, der liegt darin, dass der Herr Jesus Christus, als er nach mir griff, meine Hände erfasste, dass er mich in seine Hände genommen und bekommen hat, und ich den ganzen irdischen Dreck, die Sünde und die Sorgen, die Sehnsucht und die Angst und den Jammer losgelassen habe und habe eingeschlagen in seine Heilandshände. Das ist der einzige Unterschied, und sehen Sie, das will er bei Ihnen auch. Er greift auch nach Ihnen. Der Herr Jesus hat sie genauso lieb wie mich. Greifen Sie zu, lassen Sie sich erfassen von ihm.  Ich weiß nicht, wie weit er’s getan hat. Er grüßt mich nur immer sehr, sehr traurig und Gott wird es schenken, dass ich ein Gespräch mit ihm habe. So habe ich eine ganze Anzahl von Kandidaten auf meiner Liste wie diesen Buchhändler.

Meine Freunde, die Sehnsucht Christi richtet sich nach seiner ganzen Schöpfung, aber die größte Sehnsucht richtet sich auf die Erstlinge, die „ja“ sagen, die er braucht, als seinen Körper, als seinen Leib, als sein Organ, als sein Werkzeug, durch die er die Schöpfung zurückbringen will zu Gott. Das ist die stärkste Sehnsucht. Hier ist nicht ein Mensch, nach dem sich Christus nicht sehnt. 

Ja, du wirst sagen: ich bin aber ein Sünder. Ja, Jesus nimmt nur eine Sorte von Menschen an. Wen, die Frommen? Nein! Die Pharisäer, die Schriftgelehrten? Nein, Jesus nimmt die Sünder an! Sagt doch dieses Trostwort allen, welche auf verkehrter Bahn, auf verkehrten Wegen weilen. Jesus nimmt die Sünder an, hier ist, was uns retten kann.  Das ist die Sehnsucht Christi.

Wir beten: Du großer, du wunderbarer Gott aller Gnade, Vater der Barmherzigkeit und der Herrlichkeit, wir danken dir, dass du so bist wie du bist, dass du dich nie und nimmer änderst. Alle deine Wege sind Gericht, aber alle deine Ziele sind Herrlichkeit. Lass uns das nie vergessen. Wenn die Zeiten noch drangvoller, noch ernster, noch belastender werden, und das werden sie nach deinem Wort, lass uns feste stehen. Lass uns mit Freuden aufschauen zu dir und all das viele Gute nehmen, aus deinem Wort und dem Heiligen Geist und der Gemeinschaft der Gläubigen und Heiligen, was du uns geben willst. Herr segne uns alle. Segne uns jetzt. Halleluja. Amen.