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Der Geist des Friedens und der Freude (Ps. 51, 12)

1Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids.
2Als der Prophet Nathan zu ihm kam, weil er zu Bathseba eingegangen war:
3 O Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte; tilge meine Übertretungen nach deiner großen Barmherzigkeit!
4 Wasche mich völlig [rein] von meiner Schuld und reinige mich von meiner Sünde;
5 denn ich erkenne meine Übertretungen, und meine Sünde ist allezeit vor mir.
6 An dir allein habe ich gesündigt und getan, was böse ist in deinen Augen, damit du recht behältst, wenn du redest, und rein dastehst, wenn du richtest.
7 Siehe, in Schuld bin ich geboren, und in Sünde hat mich meine Mutter empfangen.
8 Siehe, du verlangst nach Wahrheit im Innersten: so laß mich im Verborgenen Weisheit erkennen!
9 Entsündige mich mit Ysop, so werde ich rein; wasche mich, so werde ich weißer als Schnee!
10 Laß mich Freude und Wonne hören, damit die Gebeine frohlocken, die du zerschlagen hast.
11 Verbirg dein Angesicht vor meinen Sünden und tilge alle meine Missetaten!
12 Erschaffe mir, o Gott, ein reines Herz, und gib mir von neuem einen festen Geist in meinem Innern!
13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.
14 Gib mir wieder die Freude an deinem Heil, und stärke mich mit einem willigen Geist!

Ps. 51, 1-14

Autor: Prof. A. Köberle, nach seinem gleichnamigen Artikel in GuH

Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes. Es hat schon mancher ehrlich zugegeben, mit dem Hinweis auf Gott und Christus vermöge er ein lebendiges Vorstellungsbild zu verbinden, aber mit dem Zeugnis der christlichen Kirche vom Heiligen Geist könne er nichts Rechtes anfangen. Und doch lässt sich sehr wohl sagen, was der Heilige Geist sei. Er ist die persönlich fortwirkende Lebensmacht Christi, die uns alle immer aufs neue beschenken will.

Der Heilige Geist wird in den Abschiedsreden Jesu der «Tröster» genannt. Im Urtext des Neuen Testaments bedeutet das Wort soviel wie Anwalt, Verteidiger, Fürsprecher, der uns seinen Rechtsbeistand leisten will, wenn wir in eine ausweglose Not geraten sind. Gerade diesen Dienst will uns der Geist Gottes tun. Er tröstet uns und steht uns bei, wenn wir verzweifelt sind über ein fehlgeschlagenes Leben, er stärkt uns mit Kraft aus der Höhe, wenn wir verzagen möchten.

Nicht da ist Heiliger Geist, wo wir in ein rauschhaft religiöses Fieber versetzt werden. Aber überall da wird es Pfingsten, wo wir die Hirtenstimme Christi hören: «Meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.» Wir möchten immer das Heil von außen nach innen schaffen, und doch kann es nur von innen nach außen kommen. Der Geist Christi muss unser Herz berühren. Wo dieses Gnadenwunder sich ereignet, da zieht ein Friede bei uns ein, der höher ist als alle Vernunft. Haben wir aber Frieden mit Gott, dann dürfen wir auch mit uns selbst und mit den Menschen um uns her im Frieden leben.

Wenn der Friede Gottes durch die Versiegelung Seines Geistes in unser Herz einzieht, dann entstehen dadurch ganz neue Möglichkeiten der Freude. An den äußeren Bedingungen des Daseins können wir zumeist kaum etwas ändern. Aber wir dürfen Gott bitten, wie es in den Worten des 51. Psalms heißt: «Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, gewissen Geist; tröste mich wieder mit Deiner Hilfe und mit einem freudigen Geist rüste mich!»